Camino del Norte: Der wunderschöne Küstenweg in Nordspanien

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Das Foto zeigt einen Abschnitt auf dem spanischen Jakobsweg Camino del Norte.

Der Jakobsweg Küstenweg Camino del Norte ist ein märchenhaft schöner Jakobsweg im Norden Spaniens.

Es war mein persönlich erster und bisher liebster Jakobsweg.

Der nordspanische Küstenweg Camino del Norte

Der Küstenweg hat eine Gesamtlänge von 835 Kilometern. Er durchquert vier Regionen Spaniens und verläuft über weite Strecken in Nähe der Atlantikküste Nordspaniens. Sein Profil ist nicht immer, aber zuweilen hügelig bis bergig, vor allem zu Beginn.

Auf diesem Blog findest du außerdem eine Übersicht über alle Etappen des Camino del Norte. Dieser Artikel hier soll aber vielmehr ein allgemeines Porträt dieses außergewöhnlichen Jakobswegs sein.

Küstenweg? Camino del Norte? Camino de la Costa? – was denn nun?

Brücke auf dem Camino del NorteEs werden für diesen Pilgerweg einige Namen parallel verwendet, was einen als Laie etwas verwirren kann:

  • Camino del Norte
  • Küstenweg
  • Camino de la Costa
  • Nordweg
  • Jakobsweg an der Küste

Im Prinzip ist es aber ganz einfach: Es sind verschiedenartige Bezeichnungen für ein und denselben Weg – eben den nördlichsten aller spanischen Jakobswege.

Strenggenommen könnte man diesen sehr alten Jakobsweg noch mal in einzelne Abschnitte teilen.

Der spanische Küstenweg auf der Karte

Diese Karte zeigt den spanischen Jakobsweg Camino del Norte

Auf den letzten 200 Km vor Santiago de Compostela, in Ribadeo (siehe Karte oder Foto der Brücke oben), verlässt er das Meer und biegt landeinwärts. Daher sind die Bezeichnungen Küstenweg und Camino de la Costa ab dort nicht mehr wirklich treffend.

Die 600 Km zuvor läuft er aber mehr oder weniger nah am Meer entlang. Die Route passiert viele schöne Strandabschnitte, sowie die bekannten Städte San Sebastian, Bilbao, Santander und Gijon, die allesamt am Meer liegen.

Die Wegführung des Camino del Norte

Zwischen den Städten liegt glücklicherweise ganz viel Natur, kleine und ruhige Hafenstädte, Steilküsten und grüne Schafswiesen – ein Panorama wie im Film.

Der Camino del Norte führt hier oft kilometerweit durch grüne Landschaft. So können dem Pilger dann kleine Städte mit 5.000 Einwohnern schon einmal wie Großstädte vorkommen – so stark ist der Kontrast.

Neben Galizien passiert der Küstenweg zuvor übrigens auch die Regionen Baskenland, Kantabrien und Asturien (allesamt so etwas wie Bundesländer).

startseitenhinweis

Warum der Küstenweg eine besondere Magie ausstrahlt

Kennst du Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“? Diese berühmte Kurzgeschichte, wo ein sehr wirtschaftlich denkender deutscher Tourist verzweifelt versucht, einem spanischen Fischer das Glück zu erklären – obwohl dieser das längt gefunden hat, nämlich im Prinzip „weniger ist mehr“.

Und erinnerst du dich an das Setting der Geschichte? Ein verschlafenes, idyllisches Hafenstädtchen an der Küste Spaniens, wo nur die Möwen und das Meer zu hören sind. Ein Ort, wo man noch die Ruhe, den Mut & die Klugheit besitzt, das Leben zu genießen, ohne viel dafür tun zu müssen.

Der Jakobsweg Küstenweg Camino del Norte bietet tatsächlich solche paradiesischen Orte und Momente. Und das Beste und Überraschendste ist:

Dieser alte Jakobsweg zählt noch zu den Geheimtipps unter den Pilgerwegen (wobei inzwischen schon mehr und mehr Menschen auf Alternativwege zum populären Camino Francés, wie diesen, ausweichen, das zeigen die aktuellen Pilgerstatistiken). Aber: Psssst! 😉

Hinweis Reisebericht Küstenweg

 

Ein Porträt des Camino del Norte in Bild & Ton:

Und noch eine schöne kleine „Video-Reise“ einer Leserin dieses Blogs, die den Weg kürzlich gegangen ist:

Was der Camino del Norte ist:

  • Ein kleines Abenteuer

Das Herbergsnetz ist nicht so dicht wie auf dem Camino Francés und in den Wintermonaten kann auch schon mal die ein oder andere Herberge dicht sein, was zu Improvisationen oder längeren Tagesetappen mit bis zu 30 Kilometern zwingen kann; wer sich drauf einlässt, wird feststellen, dass er gerade an solchen Herausforderungen wächst und flexibler wird und enger mit Einheimischen und Mitpilgern in Kontakt kommt – persönliches Wachstum garantiert!

  • Eine Chance, Spanisch zu lernen

Viele Spanier in den kleinen Örtchen und Städtchen entlang der Küste sprechen kaum oder kein Englisch, geschweige denn Deutsch; man kommt auch so – notfalls durch Zeichensprache – durch, wer jedoch Lust hat, kann hier ganz praktisch Spanisch lernen und direkte Erfolge sehen. Ich habe auf dem Blog auch einen ausführlichen Artikel zum Thema Spanisch für den Jakobsweg verfasst und würde dir empfehlen, da auch einmal reinzuschauen. Ein paar Floskeln in der Landessprache sprechen zu können, baut Brücken und gibt dir Sicherheit.

Dieses Foto zeigt einen Reiseführer und Sprachführer für den Jakobsweg Camino del Norte.

  • Ein (weitestgehend) ruhiger Weg

Trotz den Erzählungen, der Weg sei überlaufen, pilgern noch immer über 70 55% aller Pilger den bekannten Camino Francés (Stand 2020); wer also etwas mehr Ruhe sucht, ist auf dem Norte gut aufgehoben – bis auf die Monate Juli & August (und inzwischen teils auch Mai, Juni & September), wo es inzwischen leider auch auf dem Küstenweg sehr voll sein kann. Wichtige Anmerkung: „voll“ in Bezug auf die Herbergsdichte, nicht in Bezug auf die absolute Pilgerzahl!);

Für die anderen Monate gilt: Besonders das entschleunigte Leben der Menschen, die hier ihre Heimat haben, wirkt sich sehr ansteckend und beruhigend auf Körper & Geist aus, die Menschen hier haben oft wenig zum Leben, doch ein Lächeln und ein herzliches Wort für den Reisenden fast immer.

  • Eine körperliche Herausforderung

Anders als der Camino Francés oder viele andere Jakobswege, verlangt der Küstenweg dem Pilger viel ab, es geht – vor allem auf den ersten der rund 40 Etappen – viel auf und ab; es ist jedoch alles machbar, wenn du deine Etappen langsam steigerst und deinen Körper sich an das Laufen gewöhnen lässt. Natürlich hilft es enorm, eine nicht zu überfrachtete Packliste im Rucksack zu haben.

  • Eine landschaftliche Schönheit

Hier kann man wirklich noch über an Steilküsten gelegene Schafwiesen laufen und hat das Meer oftmals ganz nah bei sich, dazu kommen malerische kleine Hafenstädte – der Küstenweg bezaubert mit seinem Panorama und seiner Abwechslung.

  • Ganzjährig begehbar (mit Einschränkungen)

Wegen dem milden Küstenklima kann der Camino del Norte auch in den kalten Monaten noch gut begangen werden. Bedenken solltest du zwischen November und Februar allerdings, dass viele Herbergen dann geschlossen sind. Das bedeutet längere Etappen oder Ausweichen auf Pensionen und andere Unterkünfte.

 

Das Foto zeigt den Blick auf den Strand von Noja auf dem spanischen Küstenweg.

Was der Camino del Norte nicht ist:

  • Ein Selbstläufer

Der Küstenweg ist definitiv körperlich herausfordernd. Wer wenig flexibel ist, kein Spanisch lernen, keine großen Höhenmeter überwinden und nicht gerne längere Strecken alleine laufen möchte, sollte vielleicht eher auf einen anderen Jakobsweg wie den Francés oder Portugues ausweichen. Eine gute Übersicht über die verschiedenen Wege findest du in meinem Vergleichs-Artikel zur Jakobsweg-Länge. Noch ein Wort zum Camino del Norte: Trotz seiner Höhenmeter, mit genügend Zeit und Ruhe ist der Küstenweg auch für Ungeübte zu schaffen.)

  • Ein durchgehendes Sonnenbad

Das Wetter an der Küste schwankt schnell und kann selbst im Sommer sehr unbeständig sein - muss es aber nicht.

Küstenweg T Shirts

  • Nur Wiesen, Berge & Meer

Leider gibt es auf dem Camino del Norte auch viele Passagen entlang der Straße, "carretera", wie die Spanier dazu sagen. Kilometerlang auf Asphalt zu laufen ist nicht unbedingt schön, aber nun mal Teil des Weges. Wer den Küstenweg gehen möchte, sollte das wissen.

  • Englischsprachig

Wie bereits gesagt, sprechen die Einheimischen in den kleinen Dörfern an der Küste nicht immer Englisch. Dennoch sind bisher alle immer irgendwie durchgekommen, und das wirst du auch. Natürlich ist es schöner, wenn man ein paar Worte versteht und sich ein bisschen mit den Menschen unterhalten kann.

  • Ein Massenpilgerweg

Abgesehen von den Monaten Juli und August, wo auch auf dem Camino del Norte Hochbetrieb herrscht, ist dieser Jakobsweg meist kein überlaufener Weg. (Update: Leider jedoch wird es inzwischen auch in den Monaten um den Hochsommer voll).

  • Langweilig

Ich kenne niemanden, der diesen Weg bereut hat.

Vorbereitung & Reiseführer für den Camino del Norte

  • Unterwegs:
    Für unterwegs ist der Outdoor-Reiseführer von Raimund Joos der ideale Wegbegleiter (-> hier erhältlich)
  • Ausrüstung:
    In meiner praxiserprobten Packliste findest du viele Tipps & Orientierung

Weiterlesen: >>> Alle Etappen des Camino del Norte

Einige Fotos & Impressionen vom Jakobsweg an der Küste:

Das Foto zeigt eine Galerie vom Camino del Norte

Hier ist ein Foto zu sehen, auf dem vier Ausschnitte vom Camino del Norte sind.

Dies ist ein Foto, das Momentaufnahmen vom Jakobsweg an der Küste zeigt.

Dies ist ein Bild, das Etappen vom Camino del Norte zeigt.

Dies ist ein Foto, das die berühmte Kathedrale in Santiago de Compostela zeigt.


Und du?

Wenn du selbst den Küstenweg gehen möchtest, aber immer noch viele offene Fragen hast, helf ich dir gern bei deiner Vorbereitung im persönlichen Gespräch. Und wenn du den Küstenweg mit einer kleinen Gruppe und mir und dabei doch eigenständig erkunden möchtest, schau mal in die Rucksackreise zu Dir.

Buen Camino,
Unterschrift 001


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128 Kommentare.

  1. Weil hier in den Kommentaren mal davon die Rede war, möchte ich anmerken, dass es ziemlich unkompliziert ist ein kleines Ein-Personenzelt auf den Camino mitzunehmen. Meines könnte ich jedenfalls bequem in der Hand tragen ohne Gewichtsbelas-tung. So behielt ich den Rucksack für alles andere frei. Schlanke können auch zu zweit darin schlafen. Man sollte sich natürlich auch ein leichtes Exemplar aussuchen. Die Isomatte ließ sich problemlos am Rucksack feststellen und der Leichtschlafsack, den man in den Herbergen ohnehin braucht, passte uns untere Fach. In kühleren Nächten behielt man halt beim Schlafen Pullover und Hose an und eine dünne Decke hatte ich auch noch mit. Diese Ausstattung reicht so ungefähr ab Mai/Juni aus. Einen Campingplatz haben wir nie benötigt. Ein paar mal schliefen wir, etwas verdeckt, auf Wiesen und Waldstücken nahe am Weg. Da müssen sie einen erstmal entdecken, ehe sie Schwierigkeiten machen können. Das niedrige olivgrüne Zelt war gut getarnt. Einmal bot uns ein Barbesitzer sein Grundstück an. Die
    Einheimischen sehen es überwiegend locker und als Pilger hat man einen Bonus.
    Wir wollten uns einfach nicht unnötig abhetzen müssen, um es immer bis zur nächsten freien Herberge zu schaffen.
    Das war allerdings Galicien auf dem Portugues von Tui bis Santiago. Aber am Norte ist es bestimmt nicht anders. Der war uns für den Anfang zu sportlich anspruchsvoll.
    Ich kenne Asturien aber als schönes Urlaubsland, das ich immer wieder gern besuche.

  2. Hallo zusammen,

    also ich hab im Mai ca. 2 Wochen Zeit in denen ich unbedingt pilgern möchte! Jetzt bin ich mir vom sorry Overload an Berichten und Google Einträgen nicht sicher welche Route.

    Die Route von Porto nach Santiago klingt toll aber einen Teil der Camino del Norte wäre wegen der Küstenlage noch besser. Wie sieht das den an beiden Strecken mit Unterkünften aus und sind beide für eine 32 jährige ungefährlich? Welche ist von der Strecke der tollste Weg? Und von wo müsste ich beim Camino del Norte anfangen wenn ich nur 2 Wochen zeit habe? also 25 km pro Tage peile ich ohne Probleme an.

    Fragen über Fragen!

    Liebe Grüße
    Claudi

  3. Pingback: Ist der Sommer eine gute Zeit zum Pilgern? Oder wann? | Jakobsweg-Küstenweg

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