Via de la Plata: Der lange Jakobsweg aus Südspanien

Teile dies mit Freunden, die auch pilgern möchten:

Via de la Plata (2)

Die Via de la Plata ist ein weiterer Jakobsweg in Spanien und zudem ein sehr interessanter. Sie führt über gut 1.000 Km Länge (damit ist sie der längste Jakobsweg).

Die „Silberstraße“ (so nennt man sie auch) beginnt in Sevilla ganz im Süden Spaniens. Von dort führt dieser lange und recht unbekannte Jakobsweg hoch bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten.

1.000 Kilometer Natur & Ruhe: Die Via de la Plata

Derzeit erfreut sich die Via de la Plata mit ihrer beeindruckenden Länge wieder ganz leicht steigender Beliebtheit. Das hat mehrere Gründe, die ich dir nun zeige – wenngleich sie immer noch nahezu unbekannt ist, vergleichen etwa mit dem „Kult“-Pilgerweg Camino Francés.

Üblicherweise wird die Via de la Plata eher von „erfahrenen“ Pilgern gewählt. Jedoch gibt es glücklicherweise immer wieder mutige Pilger-Neulinge, die sich für die Via als ersten Jakobsweg entscheiden und begeistert sind.

Übrigens: Eine ganze Webseite von mir nur für diesen Weg mit noch ausführlicheren Infos findest du auf via-de-la-plata.com.

Diese Grafik zeigt eine Karte des Jakobswegs Via de la Plata.

5 Gründe, warum die Via de la Plata beliebter wird

  • Durch die steigenden Pilgerzahlen und den zunehmenden Pilgerstrom auf dem bekannten Camino Francés suchen Pilger vermehrt nach weniger frequentierten Alternativen. Die Via de la Plata ist ein über Großteile einsamer Jakobsweg. Besonders das erste Stück ab Sevilla ist wenig begangen. Je näher es dann an Santiago herangeht, desto mehr Pilger sind zu sehen.
  • Erfahrene Pilger, die bereits einige Caminos absolviert haben, freuen sich über eine neue Herausforderung bei der Via. Etappen-Längen mit teilweise 35 Km bis zur nächsten Herberge sind nicht für jeden Etwas. Erfahrung ist hier von Vorteil, weshalb man überwiegend erfahrene Pilger auf diesem Pilgerweg antrifft. Neueinsteiger schrecken die langen Etappen bis zu den Unterkünften auf der Via de la Plata häufig ab.
  • Durch ihre südliche Lage ist die Via de la Plata im Winter ebenfalls gut begehbar und daher besonders interessant für diese ansonsten untypische Pilgerzeit.
  • Im (Hoch)Sommer kann es auf der Via richtig heiß werden. Temperaturen um die 40 Grad sind in der südlichen Hälfte des Weges durchaus nichts Ungewöhnliches. Hinzu kommt, dass Wasserstellen zum Nachfüllen sowie Verpflegungsmöglichkeiten nicht immer üppig vorhanden sind. Das südliche Stück sollte daher im Hochsommer möglichst gemieden werden. Mehr zum Thema und Jakobsweg im Sommer gibt es auf meinem Blog auch.
  • Die Via de la Plata ist ein Kontrast zum bekannten Camino Francés. Statt immer mehr Kommerz und Annehmlichkeiten, wird dem Pilger hier doch das ein oder andere abverlangt (siehe oben). Dieser längste aller Jakobswege zeichnet sich durch viel Weite und viel Natur aus. Die Kennzeichnung des Weges wird immer besser, kann aber sicher noch lange nicht mit der „idiotensichern“ Wegausschilderung des Francés mithalten – und will dies vielleicht auch gar nicht.

Hannes Plata4

Die Route der Via

Die Via de la Plata verläuft weitgehend flach. Lediglich zwischen Kastilien und Galizien gibt es ein Gebirge, was es zu überqueren gilt. Ansonsten sind die Herausforderungen auf der Plata eher anderer Natur: Hitze, lange Etappen, Einsamkeit.

Vom sehenswerten Startpunkt Sevilla aus (mit der drittgrößten Kirche der Welt übrigens) geht es gen Norden. Schon bald führt die Via durch die Trockenregion der Extremadura mit der bekannten Stadt Merida. Wird es hier im Hochsommer gerne mal 40 Grad, so ist der Frühling vielleicht sogar die beste Zeit, um die Via de la Plata hier zu beginnen, da dann alles blüht. Auch im Winter kann man in der Extremadura gut pilgern, da es selten Frost gibt.

Zahlen zur Via de la Plata in SpanienWeiter auf dem Jakobsweg passiert der Pilger die schmucke Universitätsstadt Salamanca und sowie Astorga, auf der Hochebene von Kastilien gelegen. Nun folgt das einzig anspruchsvolle Gebirge, das auf dem Weg liegt, mit gut 1.200 Metern. Ein richtiges Problem sollte dies aber auch nicht darstellen.

Natur pur auf dem Jakobsweg

Schließlich führt die Via durch Galizien gen Westen nach Santiago de Compostela. Hier hat der Pilger zwei Möglichkeiten: Er kann in Astorga auf den Camino Francés wechseln oder in Granja de Moreuela dem mozarabischen Jakobsweg auf direktestem Weg nach Santiago folgen. Hinter der Stadt Ourense warten dann noch gut 200 Km auf den Pilger, ehe er dann am Ziel in Santiago ist.

Spätestens hier in Galizien wird man vermehrt Mitpilger treffen, denn lange nicht alle Pilger starten bereits in Sevilla. Zu den Startpunkten, die gerne gewählt werden, zählen Merida, Salamanca und Zamora.

Hannes Plata1

Fotos: Dank an Hannes Gebauer

Teile dies mit Freunden, die auch pilgern möchten:

0 Kommentare.

  1. Ich bin 2008 und 2009 die Vis gegangen. September 2008 bis Salamanca und im Mai 2009 von Salamanca bis FInestere. IM Mai hatten wir Schnee und viel Regen. Es war die schönste und beendruckendste Reise. Die Landschaft ist ein Traum

  2. Pingback: Jakobsweg im Sommer: 10 Tipps zum Pilgern bei Hitze | Jakobsweg-Küstenweg

  3. Pingback: Ist der Sommer eine gute Zeit zum Pilgern? Oder wann? | Jakobsweg-Küstenweg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.