Jakobsweg-Rucksack: Tests & Erfahrungen

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Jakobsweg Rucksack: Auf der Suche nach dem perfekten Rucksack

*Update Juli 2019: Ein neuer, diesmal ultraleichter Rucksack

Ula Ohm 2 0 RucksackInzwischen habe ich meinen unten beschriebenen und geliebten Low-Budget-Aldi-Rucksack, der mich die ersten Jahre bestens begleitet hat, hinter mir gelassen und mir nach langem Recherchieren Ende letzten Jahres nun einen Ultra-Leicht-Rucksack zugelegt.

Der ULA Ohm 2.0 wiegt mit rund 800 Gramm reinem Rucksackgewicht  ca. 1 Kg weniger (!) als mein alter Rucksack – und das macht sich bemerkbar. Ich habe lange gezögert, soviel Geld zu investieren, denn der Ula Ohm 2.0 kostet ca. 240€. Doch der Rucksack ist durchdacht und gehört zu den besten und leichtesten Rucksäcken der Welt. Daher – und weil ich viel wandern gehe – habe ich mich für ihn entschieden. Es gibt nur wenige Händler in Deutschland, die ihn vertreiben. Ich konnte den Hikerhaus.de -Shop überzeugen, dir als Leser meines Blogs einen 4€ Rabatt zu gewähren, wenn du den Rucksack über diesen Link bei ihnen erstehst. *

Eins vorweg: Planen ist gut, handeln ist wichtiger…

Die Frage nach dem „richtigen“ Jakobsweg- Rucksack kommt immer bei der Vorbereitung auf das „erste Mal“. Das war bei mir auch nicht anders. Inzwischen durfte ich mehrere Jakobswege bewandern und bin über 1.500 Km gepilgert.

Rückblickend kann ich sagen: Viel wichtiger als die Frage welcher Rucksack der richtige ist, ist nämlich, dass du überhaupt losgehst. Natürlich spielt der Rucksack beim Pilgern eine Rolle und man kann hier einiges richtig und einiges weniger richtig machen.

Doch letztlich ist es nicht soo wichtig, was für einen Rucksack du hast (solange es kein Koffer ist, kein Rucksack mit Rollen, er sich bequem anfühlt, und nicht zu schwer ist wie der auf dem Foto oben 😉 ).

Ich selbst bin z.B. meine ersten Pilgertouren mit einem Adventuridge-Rucksack von Aldi (Preis damals: 35 €) losgezogen. Das möchte ich vorweg nehmen, um dir den Stress zu nehmen, dass du jetzt sofort „den perfekten“ Jakobsweg-Rucksack finden musst. Quatsch.

Tipps zur Rucksack-Größe, Liter-Zahl & dem richtigen Packen

Aber nimm dir dennoch 5 Minuten Zeit und lies, was ich aus meinen Pilgerreisen zu dem Thema gelernt habe, denn schaden kann das nicht 🙂 :

Wie viel Liter sollte der Rucksack wiegen?

So lautet meist die erste Frage. Eine gute Zahl für die Jakobsweg-Rucksack-Größe ist +/- 40 Liter. Es gibt (wenige) Pilger, die es schaffen, sich mit 30 Liter-Rucksäcken zu begnügen. Und es gibt Pilger wie mich, die mit deutlich größeren Rucksäcken unterwegs sind. Aber ein idealer Mittelwert sind um die 40 Liter.

  • Der Nachteil an einem Rucksack mit beispielsweise 70 Liter Größe ist a)dass du in Versuchung gerätst, viel zu viel mitzunehmen, weil eben so viel Platz im Rucksack ist und b)dass der Rucksack alleine schon knapp 2 Kilogramm wiegt, was nicht so sonderlich hilfreich ist, da beim Pilgern jedes Gramm zählt, wie man sagt.
  • Falls du es tatsächlich schaffst, alles in einen kleinen und leichten Rucksack zu bekommen, kannst du den unter Umständen sogar als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen. Lies dazu auf jeden Fall die Bestimmungen der jeweiligen Airline für die Handgepäck-Größe nach.

    Wie viel Gewicht sollte der Rucksack haben?

Zum Gewicht kann man sagen, dass der gepackte Rucksack am Ende nicht mehr als 10 % des Körpergewichts wiegen sollte. Das ist ebenfalls eine Regel, an der du dich orientierten solltest. Nicht vergessen: Eine Schicht Kleidung trägst du ja bereits beim Start, die brauchst du dann nicht mit zu berechnen beim Wiegen und Probepacken.

Übrigens empfehle ich dir das Probepacken sehr, da allein das schon ein mentaler Prozess sein kann, der herausfordert und Zeit braucht. Sich von Dingen zu trennen und zu entscheiden, was einem wirklich wichtig ist, ist nicht einfach. Zudem sparst du dir unnötigen Stress, wenn du das Probepacken und Wiegen bereits vorab und nicht erst am letzten Abend machst. Eine Packliste zur Orientierung findest du ebenfalls auf meinem Blog hier.

Jakobsweg Rucksack: Die richtige Größe & Liter-Zahl finden

Worauf sollte ich noch achten?

Der Rucksack sollte gut an deinem Körper sitzen. Mach dir klar, dass du ihn einen Großteil des Tages auf deinem Rücken trägst. Hilfreich dafür ist, wenn er einen angenehmen und gepolsterten Hüft- und Schultergurt hatAuch ein Tragesystem, das höhenverstellbar und somit auf deine Größe anpassbar ist, sollte der Rucksack im Idealfall haben.

Ein weiterer Pluspunkt sind viele Außentaschen am Rucksack, sodass du beim Pilgern schnell an deine Wasserflasche oder den Müsliriegel kommst, ohne jedes Mal den Rucksack absetzen zu müssen. Eine Extratasche für deinen Schlafsack ist ebenfalls ein Pluspunkt, denn das hilft dabei, den Inhalt „organisiert“ zu halten.

Jakobsweg-Rucksack richtig packen

Zum Thema den Jakobsweg-Rucksack richtig packen kann ich sagen: Schwere Sachen nach unten und Gegenstände im Rucksack möglichst „gruppieren“ durch große zippbare-Tüten (gibt es in verschiedenen Größen z.B. hier). Ich fasse z.B. Sachen fürs Bad, Elektroniksachen, Bücher- & Schreibutensilien sowie „den Rest“ in einzelne Gruppen und Tüten zusammen. So hast du später beim Pilgern oder in der Herberge alles schnell zur Hand und musst nicht den ganzen Rucksack ausleeren, um an dein Duschgel zu kommen beispielsweise.

Jakobsweg: Rucksack-Empfehlungen

Im Folgenden möchte ich dir ein paar Rucksäcke zeigen, die sich auf dem Jakobsweg bewährt haben und von vielen Pilgern genutzt werden. Teste den Rucksack auf jeden Fall mit Gepäck und der oben erklärten 10%-Regel, entweder vor Ort beim Outdoorhändler oder Zuhause, falls du online bestellst, und mache ggf. von deiner Rückgabegarantie Gebrauch, falls der gepackte Rucksack sich nicht gut anfühlt.

Update 2019: Einige Rucksäcke nicht mehr verfügbar/neue Modelle da

*Hinweis/Update Juli 2019: Viele der unten genannten Empfehlungen sind aktuell nicht mehr erhältlich. Alternativen könnten sein für Pilger, die ein straffes Budget haben oder noch nicht wissen, ob sie häufiger wandern gehen werden in Zukunft, die beiden Osprey-Rucksäcke Farpoint 40 für Männer und Kyte 46 für Frauen (gibt es auch mit 36 Litern). PilgerInnen, die viel in der Natur unterwegs sind und auf der Suche nach einem wirklich leichten Rucksack sind, empfehle ich – wie ganz oben im Artikel beschrieben – den Ula Ohm 2.0, den ich auch nutze. Über diesen Link sparst du 4€ beim Kauf.*


Nr.1: ULA Ohm 2.0

Ula Ohm 2 0 Rucksack breit

Nachdem ich, wie oben beschrieben, meine ersten Touren mit einem 35€-Aldi-Rucksack mit 1,8 Kg Eigengewicht (übrigens sehr erfolgreich) bestritten habe, bin ich dann mit der Zeit natürlich doch etwas professioneller geworden, was das Packen und Ausrüsten anging. Sprich: Ich wollte noch mehr Gewicht sparen und endlich nah an die 10%-Regel herankommen.

Beim Packen, Ausmisten und Minimieren meiner Ausrüstung fiel mir dann bald plötzlich wie Schuppen von den Augen die Erkenntnis: Die Ausrüstung ist top gewichtsreduziert, doch der Rucksack an sich ist einfach viel zu schwer!

Daraufhin begann ich mich etwas in das spannende Thema Ultraleicht-Trekking einzulesen (Buchempfehlung hier, auch hilfreich das Ultraleicht-Trekking-Forum hier). Ich war erstaunt, als ich auf die Ultraleicht-Rucksäcke aus der ULA-Familie, sowie von Gossamer Gear & Co. stieß und ausrechnete, dass ich mit solch einem Rucksack-Tausch alleine mehr als 1 Kg sparen konnte!

Denn die Ultraleicht-Rucksäcke, wie der oben abgebildete ULA Ohm 2.0 wiegen zwischen 600 und 900 Gramm in der Regel – ein verdammt guter Wert, besonders verglichen mit meinem ersten Rucksack von 1,8 Kg Eigengewicht. Meine nächste Anschaffung wird daher auch ein Ultra-Leicht-Rucksack sein.   Ende 2018 war es dann soweit und ich habe tief in die Tasche gegriffen, um mir den Ula Ohm 2.0 zu holen – ich habe es nicht bereut.

Wenn du meine Meinung dazu hören möchtest: Nein, ich finde nicht, dass du so einen ultraleichten Rucksack definitiv brauchst. Ich bin auch lange gut ohne gepilgert. Und mit Preisen von 200 bis 280 Euro sind diese Rucksäcke zudem auch alles andere als Geld-schonend – abgesehen davon, dass sie bei uns in Deutschland zusätzlich oftmals schwer zu bekommen sind, da die besten Hersteller in anderen Ländern sitzen.

Wenn du aber, wie ich, viel und öfters wandern oder pilgern gehst, wirst du irgendwann vielleicht auch von selbst an den Punkt kommen, dass es dir wert ist, so viel Geld zu investieren, um dauerhaft mit weitaus weniger Gewicht auf dem Rücken über diese schöne Erde zu spazieren – und dann könnte das Thema interessant werden.

Der ÜLA Ohm 2.0 im Detail:

  • Volumen: 75 Liter
  • Gewicht: ca. 900 Gramm (variabel je nach Größe und Ausstattung, z.B. Hüftgurt etc)
  • Preis: 240€

Übrigens: Der Händler Hikerhaus hat mir zugesagt, dass du als Leser meines Blogs über diesen Link 4€ sparen kannst bei dem Rucksack.


Nr.2: Deuter ACT Lite 40+10

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Der Deuter ACT Lite 40+10 ist ein bewährter Rucksack zum Pilgern und Trekking. Ich selbst habe ihn noch nicht genutzt, doch weiß von einigen Pilgerfreunden, die ihn nutzen und voll zufrieden sind. Eine doppelte Polsterung und ein gut gemachtes und individuell verstellbares Tragesystem sprechen für diesen soliden Marken-Rucksack.

Mit seinem Fassungsvermögen von 40 Litern plus 10 Litern Außenfassungsvermögen ist dieser Deuter-Rucksack „genau richtig“, nicht zu klein und nicht zu groß, und vielleicht auch daher in Pilgerkreisen beliebt. Wenn er gut an deinem Körper liegt, kannst du mit dem Deuter ACT Lite 40+10 definitiv nichts falsch machen.

Der Deuter ACT Lite 40+10 im Detail:

  • Volumen: 50 Liter
  • Gewicht: 1670 Gramm
  • Preis: ca. 150 €

Nr.3: Osprey Porter 46

Jakobsweg Rucksack: Osprey Porter 46

Ein ganz heißer und aktueller Tipp ist der Osprey Porter 46. Dieses neue Modell vom bekannten Rucksack-Hersteller Osprey punktet mit viel Volumen (46 Liter) bei wenig Gewicht (exakt 1,0 kg hat mein Blogger-Kollege Armin in seinem empfehlenswerten Testbericht auf Wunsch von mir nachgemessen).

Doch damit nicht genug: Der Osyprey Porter 46 hat noch ein großes Plus: Er ist handgepäckstauglich. Aufgrund seiner Maße (genügend groß, aber nicht zu groß) lässt er sich gerade noch so als Handgepäcksrucksack durchgehen. Damit erfüllt er ein Kriterium, das immer wieder nachgefragt wird. Denn viele Pilger würden gerne ihren Rucksack direkt mit in den Flieger nehmen.

So spart man sich nicht nur das Aufgeben des Gepäcks und anschließende Erwarten nach dem Landen, sondern auch die Ungewissheit, ob der Rucksack wirklich mit an Bord ist oder versehentlich falsch verfrachtet (alles schon vorgekommen).

Der Osprey Porter 46 im Detail:

  • Volumen: 46 Liter
  • Gewicht: exakt 1,0 Kilogramm
  • Preis: ca. 98 €

Nicht vergessen: Regencover

Nicht vergessen solltest du auch ein Regencover für den Rucksack, und zwar in der entsprechenden Liter-Größe, sodass das Raincover auch komplett über den Rucksack passt.

Wenn du eines der oben vorgestellten Produkte kaufst, erhalte ich eine kleine Provision dafür. Du unterstützt damit also direkt diesen Blog und zahlst natürlich keinen Cent mehr. Ich empfehle nur Produkte, bei denen ich oder zuverlässige Pilgerfreunde von mir auch wirklich dahinterstehen.

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0 Kommentare.

  1. Anders als hier im Artikel empfohlen würde ich raten, die schweren Sachen nahe am Rücken und eher oben im Rucksack zu positionieren. Wenn man sie unten und womöglich noch weg vom Rücken positioniert, zieht der Rucksack stark nach hinten, was auf Dauer sehr unangenehm sein kann. Man hat dann ständig einen recht starken Druck auf den Schulterriemen und auf dem Schlüsselbein. Zudem muss man den Körper ständig nach vorne neigen, um den Zug nach hinten auszugleichen.

    Siehe auch hier: https://www.deuter.com/CH/de/rucksacktipps.html

  2. Pingback: Wandern in Deutschland: Drei Tage Eifelsteig | Jakobsweg-Küstenweg

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