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Fragst du dich, welche Schuhe für den Jakobsweg du wählen sollst? Worauf es ankommt beim Kauf von Wanderschuhen?
In diesem Ratgeber teile ich meine ehrlichen Erfahrungen aus Wanderschuh Tests für Damen und Herren nach mehreren Pilgerreisen auf dem Jakobsweg in Spanien, Portugal und Deutschland.
Ich verrate dir, was ich gelernt habe über leichte Wanderschuhe für den Jakobsweg und welche Tipps du beachten solltest bei der Wahl deiner Schuhe.
Außerdem stelle ich dir die Modelle und Marken vor, die im Jahr 2026 häufig auf dem Camino und anderen Fernwanderwegen getragen werden und sich bewährt haben – inkl. den Testsiegern bei Trekkingschuhen und Wanderschuhen.
Das Wichtigste zu Wanderschuhen für den Jakobsweg:
- Die Wahl deiner Schuhe für den Jakobsweg ist essenziell und ein Kern deiner Packliste, daher verwende genügend Zeit darauf
- nur mit passendem Schuhwerk bleiben deine Füße gesund und in der Lage, die täglichen Etappen und Beanspruchungen auf dem Jakobsweg gut wegzustecken, ohne keine Blasen und Schmerzen zu entwickeln
- wähle mindestens eine halbe bis ganze Nummer größer als Alltagsschuhe, da dein Fuß beim Gehen weiter wird
- der Trend auf dem Jakobsweg (und bei Fernwanderwegen generell) geht weg von schweren Wanderstiefeln hin zu leichten halbhohen Wanderschuhen und Trailrunning-Schuhen (zumal nachgewiesen wurde, dass höhere Schuhe keinen größeren Umknickschutz bieten)
- Beliebte Modelle bei Pilgern auf dem Jakobsweg in 2026 sind HOKA Wanderschuhe, Salewa Alp Trainer 2, Adidas Terrex, Altra Lone Peak, sowie Klassiker wie Lowa Renegade und von Meindl – sieh alle meine 9 Empfehlungen hier
- Probiere Wanderschuhe ausgiebig an, denn nicht jeder Schuh passt zu jedem Fuß
- Laufe deine Schuhe ein mehrmals, bevor du sie auf deine wochenlange Fernwanderung mitnimmst
- Unterschätze nicht die Bedeutung hochwertiger Wandersocken für deine Füße & Hirschtalgcreme zum Einmassieren der Füße
- wasserfeste Wanderschuhe (Kürzel „GTX“ = Gore-Tex) halten deine Füße trocken, dafür sind sie im Sommer weniger atmungsaktiv und schwitzen mehr
- zusätzlich eignen sich Sandalen / Crocs / Flipflops für abends in der Herberge und zur Entlastung der Füße
- Es gibt auch spezielle Wanderschuhe für breite Füße mit breiter Zehenbox
Lieber Video als Text? Dann schau mein neues Youtube-Video dazu.
Wanderschuhe für den Jakobsweg & Fernwanderungen: 9 Empfehlungen aus meinen Wanderschuhe Tests für Damen & Herren
Welcher Wanderschuh soll’s für den Jakobsweg werden – oder für andere Fernwanderwege und Tagestouren? Ich stelle dir hier neun Modelle für Damen und Herren vor, die ich entweder selbst getestet habe oder die aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis sowie aus der Pilger-Community kommen.
Alle Modelle sind gerade 2026 bei Pilgern auf dem Camino de Santiago sehr gefragt und/oder bereits als Testsieger von Stiftung Warentest oder anderen Outdoor-Portalen gekürt worden.
Tipp: Probiere Wanderschuhe immer vor Ort im Fachgeschäft an – nicht jeder Schuh passt zu jedem Fuß. Bestellst du online, probiere trotzdem gründlich an und schick zurück, was nicht passt.
Mehr Lust auf Video statt Text?
Nebenstehend findest du mein Youtube-Video, wo ich die 9 Empfehlungen für Wanderschuhe ebenfalls vorstelle und meine Erfahrungen teile aus meinen bisherigen Tests.
1. Salewa Alp Trainer 2 GTX
Das ist mein aktueller Wanderschuh, den ich schon seit vielen Monaten auf meinen Touren trage – die flache Variante, kein hoher Stiefel.
Kurz und knackig:
- Gewicht (Herren): ca. 940 g
- Wasserdicht & atmungsaktiv: Ja
- Sohle: Vibram
- Einsatz: Ganzjährig
- Preis: ca. 150–200 €
Vorteile:
- Wasserfest und atmungsaktiv – für Regen und Trockenheit gleichermaßen geeignet
- Rutschfestes Profil dank Vibramsohle
- Spürbar leichter als klassische hohe Wanderstiefel
- Ganzjährig einsetzbar
Nachteile:
- Keine Knöchelunterstützung wie bei hohen Modellen (Geschmackssache)
2. Salewa Alp Trainer 2 Mid GTX – Testsieger für Wanderschuhe für Damen & Herren
Die hohe Variante des gleichen Schuhs – erkennbar am „Mid“ im Namen. Für alle, die sich mit etwas mehr Schutz über dem Knöchel sicherer fühlen.
Kurz und knackig:
- Gewicht (Herren): ca. 1.100 g (rund 165 g mehr als die flache Variante)
- Wasserdicht & atmungsaktiv: Ja
- Sohle: Vibram
- Auszeichnung: Testsieger bei Stiftung Warentest (1,4)
- Preis: ca. 175–220 €
Vorteile:
- Testsieger bei Stiftung Warentest – bestätigt hohe Qualität
- Wasserfest, atmungsaktiv, rutschfestes Profil
- Mehr Halt über dem Knöchel für alle, die sich damit sicherer fühlen
Nachteile:
- Etwas teurer als die flache Variante
- Ob hohe schwererer Schuhe tatsächlich besser vor Umknicken schützen, ist laut einer Studie umstritten – am Ende Geschmackssache
3. HOKA Challenger 8 – Mein Testsieger für leichte Wanderschuhe für Damen & Herren
Mein Neuzugang, seit ein paar Monaten bei Tagestouren in der Eifel und im Bergischen Land im Einsatz. Über eine Umfrage in meiner Community bin ich auf diesen Trail-Running-Schuh aufmerksam geworden, der inzwischen auch international bei Pilgern sehr gefragt ist.
Kurz und knackig:
- Gewicht (Herren, Paar): ca. 574 g – etwa halb so schwer wie der Salewa Alp Trainer 2 Mid
- Wasserdicht: Nein (trocknet dafür sehr schnell)
- Einsatz: Allrounder für Schotter, Waldboden und Asphalt
- Preis: ca. 120–150 €
👉 Shop: Bei Hoka | Bei Bergfreunde
Vorteile:
- Extrem leicht
- Allrounder, auch gut für die Asphaltabschnitte auf dem Jakobsweg geeignet
- Trocknet sehr schnell
- Gutes Profil für Halt im Gelände
Nachteile:
- Nicht wasserfest – bei mehrtägigem Dauerregen (z. B. im Frühling oder Herbst) fraglich
- Sohle nutzt sich schneller ab als bei klassischen Wanderstiefeln
4. HOKA Speedgoat GTX
Vom gleichen Hersteller wie der Challenger, aber mit anderem Fokus: mehr Grip, tiefere Stollen, eher für bergige Touren wie den Camino Primitivo geeignet.
Kurz und knackig:
- Gewicht: ca. 602 g
- Wasserdicht: Ja (GTX)
- Einsatz: Bergige Strecken, Nebensaison (Frühjahr/Herbst)
- Preis: ca. 135–180 €
👉 Shop: Bei HOKA | bei Bergfreunde
Vorteile:
- Mehr Grip und tiefere Stollen für unsicheres oder steiniges Gelände
- Wasserfest, dadurch gut für Frühjahr und Herbst
- Starke Dämpfung, die sich nach kurzer Eingewöhnung wie eine Feder im Schritt anfühlt
Nachteile:
- Nicht wasserfest – bei mehrtägigem Dauerregen (z. B. im Frühling oder Herbst) fraglich
- Sohle nutzt sich schneller ab als bei klassischen Wanderstiefeln
5. Lowa Renegade Evo GTX Mid
Ein absoluter Klassiker unter den Wanderschuhen, seit Jahren Bestseller. Das „Evo“ zeigt lediglich ein kleines Update des bewährten Modells.
Kurz und knackig:
- Gewicht (Herren): ca. 1.180 g
- Wasserdicht & atmungsaktiv: Ja (Gore-Tex)
- Sohle: Vibram
- Bewertung: Stiftung Warentest Note 1,6 („gut“)
- Preis: ca. 180–230 €
Vorteile:
- Bewährter Klassiker mit sehr guter Stiftung-Warentest-Bewertung
- Hoher Schutz über dem Knöchel
- Wasserfest, gutes Profil, hochwertige Verarbeitung
Nachteile:
- Vergleichsweise hohes Gewicht – rund dreimal so schwer wie die leichten Trail-Running-Modelle
- Klobiger als moderne, leichte Wanderschuhe
6. Altra Lone Peak 9
Erst vor ein paar Monaten über einen Freund entdeckt, der mir auch die Fotos ermöglicht hat. Bei erfahrenen Wanderern ist dieses Modell schon länger sehr bekannt.
Kurz und knackig:
- Wasserdicht: Nein
- Atmungsaktiv: Ja
- Sohle: Vibram
- Besonderheit: Breite Zehenbox, 0-mm-Sprengung
- Preis: ca. 110–150 €
👉 Shop: Damen & Herren
👉 Testbericht Altra Lone Peak 9 (folgt)
Vorteile:
- Breite Zehenbox gibt den Zehen mehr Platz, auch wenn der Fuß beim Wandern anschwillt
- 0-mm-Sprengung sorgt für ein natürlicheres Gangbild, ähnlich wie bei Barfußschuhen
- Optisch unauffällig, wirkt fast wie ein normaler Trail-Running-Schuh
- Günstiger Preis für die gebotene Qualität
Nachteile:
- Nicht wasserfest
- Für Neueinsteiger noch weniger bekannt als klassische Modelle
7. Quechua MH100
Einer der günstigsten Wanderschuhe überhaupt, erhältlich bei Decathlon. Eine Bekannte von mir nutzt ihn und ist bisher durchweg zufrieden.
Kurz und knackig:
- Gewicht: ca. 920 g
- Wasserdicht & atmungsaktiv: Ja
- Höhe: Halbhoch, über dem Knöchel
- Preis: ca. 60 €
👉 Testbericht Quechua MH100 (folgt)
Vorteile:
- Mit Abstand günstigster Schuh in dieser Liste
- Überraschend hochwertig verarbeitet für den Preis
- Wasserfest und atmungsaktiv
Nachteile:
- Erfahrungswerte für mehrwöchige Fernwanderungen (z. B. kompletter Jakobsweg) fehlen bisher noch
8. Adidas Terrex Free Hiker GTX
Über die Community entdeckt – ich habe ihn selbst noch nicht getestet, aber mehrere Pilger berichten sehr Gutes.
Kurz und knackig:
- Gewicht: ca. 445 g – extrem leicht für einen hohen Schuh
- Wasserdicht & atmungsaktiv: Ja (GTX)
- Höhe: Hoch, über dem Knöchel
- Preis: ca. 110–220 €
👉 Shop: Damen & Herren
👉 Testbericht Adidas Terrex Free Hiker GTX (folgt)
Vorteile:
- Sehr leicht für einen hohen, knöchelhohen Schuh
- Wasserfest trotz des geringen Gewichts
- Optisch eher wie ein Sneaker als ein klassischer Wanderstiefel
Nachteile:
- Sohle nutzt sich schneller ab als bei klassischen Wanderstiefeln – bei einem 5-Wochen-Camino mit rund 800 km eventuell schon durchgelaufen
- Eigene Testerfahrung auf Fernwanderungen fehlt bisher
9. Teva Wandersandalen
Klingt zunächst ungewöhnlich, funktioniert aber: Ich kenne mehrere Pilger, die vier bis fünf Wochen Jakobsweg (z. B. Camino del Norte) erfolgreich in Wandersandalen gelaufen sind.
Kurz und knackig:
- Gewicht: ca. 550 g
- Preis: ca. 80–110 €
- Bewährte Marke bei Pilgern: Teva
👉 Shop: Damen & Herren
Vorteile:
- Sehr leicht und luftig, ideal bei Hitze
- Von mehreren Pilgern nach mehrwöchigen Etappen als sehr angenehm und fußgesund beschrieben
- Günstiger Einstiegspreis
Nachteile:
- Weniger Schutz vor Nässe, Kälte und Geröll als geschlossene Schuhe
- Nicht jedermanns Sache für einen kompletten Fernwanderweg
Fazit
Alle neun Modelle haben sich bei mir, in meinem Umfeld oder in der Pilger-Community bewährt – aber welcher Schuh am besten passt, hängt stark von deinem Fuß, deiner Reisezeit und deinen persönlichen Vorlieben ab. Am besten probierst du die Modelle vor Ort im Fachgeschäft an. Bestellst du lieber online, nutze gerne die Links oben – und schau dir auch meine ausführlichen Testberichte auf dem Blog an.
Weitere Alternativen:
- eine ebenfalls halbhohe Alternative sind die Lowa Innox EVO GTX Lo Ws (für Damen / für Herren) – wiegen super leichte 580 Gramm
- noch eine Empfehlung für leichte Multifunktionsschuhe: der Asolo Tahoe GTX (für Damen / für Herren) – wiegen 830 Gramm, Testsieger im Outdoor-Magazin
- alternativ kann ich die Rush TRK von Scarpa empfehlen (für Damen / für Herren) – diese waren Testsieger 2024 im Outdoor-Magazin, Gewicht 1,1 kg
- nur für geübte Füße eignen sich Barfuß Wanderschuhe – konkret das Modell „Primus Trail II Firm Ground“ (bei Vivobarefoot für Damen / für Herren – mit dem Code „jakobsweg“ sparst du 10%)
- Salomon Trailrunningschuhe (konkret „Salomon X Ultra 360 (oder 4)“oder „Salomon Ultra Glide 2“ oder „Salomon XA Pro 3D“
- Trailrunningschuhe von La Sportiva (konkret „La Sportiva Akasha II“oder“La Sportiva Jackal II“)
- Meindl zählt ebenso zu den absoluten Top-Marken. Die Trekkingschuhe von Meindl genießen den Ruf, besonders bequem zu sein. Ein beliebter Schuh ist der „Meindl Island“
- Von 2019 bis 2022 bin ich mit den leichten, flachen Salewa MS Wildfire S GTX unterwegs gewesen.
Warum ist es so wichtig, passende Schuhe für den Jakobsweg zu finden?
Um die vielen Etappen und Hunderte Kilometer auf dem Jakobsweg gut zu meistern, sind passende Schuhe essenziell.
Nur mit den für dich persönlich passenden Wanderschuhen und etwas Vorbereitung schaffst du beste Voraussetzungen, den Jakobsweg genießen zu können und gesund in Santiago de Compostela am Ziel anzukommen.
Wenn du dagegen bei der Wahl der Schuhe grobe Fehler machst, riskierst du unnötige Blasen am Fuß und Schmerzen, die dir deine Wanderung und Stimmung versauen können und dich zu Pausen zwingen können.
Daher mein Tipp:
Nimm dir genügend Zeit für deine Füße und die Wahl deiner Schuhe sowie das Einlaufen und Testen!
Was habe ich über Wanderschuhe für den Jakobsweg gelernt?
Es müssen keine schweren, hohen Wanderstiefel sein. Leichte Schuhe tun es meist auch.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mein fester Glaubenssatz war früher: Zum Wandern trägt man schwere, dicke Wanderstiefel.
Und auch heute noch wird – warum auch immer – in einigen Schuhfachgeschäften der klassische hohe Wanderstiefel empfohlen. Ganz nach dem Motto: „Das war schon immer so. Also machen wir das auch weiter so.“
Doch ich habe nach 1.500 gewanderten Kilometern auf meinen Pilgerwegen in Spanien, Portugal und Deutschland inzwischen gemerkt, dass ich mich mit leichteren, niedrigeren Wanderschuhen oftmals viel freier und wohler fühle.
Der Vorteil der hohen Wanderstiefel ist der Umknickschutz. Aber davon abgesehen haben diese Schuhe starke Nachteile:
Wanderstiefel wiegen schlicht viel mehr, als leichte niedrigere Wanderschuhe oder Trailrunningschuhe.
Und dieses Gewicht „schleppst“ du die ganze Zeit an deinem Fuß mit dir herum – über hunderte Kilometer auf dem Jakobsweg.
Was die Gefahr des Umknickens angeht, habe ich für mich gemerkt: Meist passiert dies, wenn ich müde bin und über meine Grenze gehe. Und das kündigt sich in der Regel schon etwas früher an.
Ich versuche also bewusst drauf zu achten, wenn ich beim Wandern beginne, unkonzentriert zu sein, und dann auch wirklich kleine Pausen einzulegen, statt weiter zu laufen. Dadurch vermindere ich das Risiko mich zu verletzen stark.
Welche Schuhe favorisieren Pilger für den Jakobsweg? Meine Umfrage in der Community
Nicht nur ich, sondern offenbar ein Großteil meiner Facebook-Community hat sich daher inzwischen für leichte Schuhe für den Jakobsweg entschieden.
Ich habe im Frühjahr 2026 eine Umfrage dort gemacht, und das Credo war eindeutig und ging oftmals in diese Richtung:
„Wenn nochmal Jakobsweg, dann in Trailrunningschuhen.“
Welche Wanderschuhe für welchen Jakobsweg?
Camino ist nicht gleich Camino – hier ein paar Tipps für die Schuhwahl abhängig davon für welche Jakobsweg-Route du dich entscheidest:
- Kurze und eher flache Pilgerwege sind der Camino Ingles und der portugiesische Jakobsweg Camino Portugues – hier reichen halbhohe Wanderschuhe bzw. Trailrunningschuhe bzw. Multifunktionsschuhe, auch Wandersandalen können im Sommer eine Idee sein
- deutlich bergiger sind da schon der Camino del Norte Küstenweg und der Camino Primitivo mit vielen Höhenmetern, Geröll-Abschnitten etc., und mit Abstrichen auch der Camino Francés – hier können etwas festere Wanderschuhe sinnvoll sein, Wanderstiefel sind aber kein Muss, auch hier tun es halbhohe Schuhe oder Trailrunner genauso
Warum sind gut sitzende Wanderschuhe so wichtig?
Nur, wenn du für deine Füße passende Schuhe trägst, wirst du die vielen Kilometer auf den bekannten Jakobswege gut überstehen ohne Blasen und Schmerzen. Nicht umsonst sagt man:
„Die Füße sind das Kapital des Pilgers“.
Du wirst womöglich knapp so viele Stunden am Tag, wie du sonst im Büro sitzt oder einer anderen Arbeit nachgehst, laufen. Und das jeden Tag. Ggf. für Wochen.
Daher ist deine Jakobsweg Packliste und ganz besonders die Wahl der Wanderschuhe und Wandersocken wesentlich.
Zum Einen, damit du dich unterwegs wohlfühlst und die Reise genießen kannst. Zum Anderen, damit du keine gesundheitlichen Beschwerden bekommst.
Denn die können dich auf Tage ausbremsen oder schlimmstenfalls sogar das Ende deiner Pilgerreise bedeuten.
Die Wahl geeigneter Schuhe zum Pilgern ist essenziell für die Gesundheit deiner Füße
Ich möchte dir keine Angst machen oder dir Schockbilder zeigen, von Füßen, die mit Blasen überzogen sind.
Sondern ich möchte dich einfach nur dafür sensibilisieren, dass du bei der Wahl der Schuhe für den Jakobsweg bewusst entscheidest.
Mach dir klar: Du kannst eine mehrtägige oder sogar mehrwöchige Wanderreise nicht mit einzelnen Tagestouren oder Wochenendwanderungen in deinem Alltag vergleichen!
Das sind andere Welten, und deine Füße werden bei solch ungewohnten, intensiven Reisen, wie auf dem Jakobsweg, ganz anders beansprucht.
Klar ist also, dass Schuhe wichtig sind. Nicht so klar ist jedoch, welche Schuhe für den Jakobsweg und lange Wanderreisen die richtigen sind.
Schauen wir uns als Nächstes die verschiedenen Typen von Wanderschuhen sowie meine Erfahrungen damit genauer an.
Was für Arten von Wanderschuhen gibt es? Liste:
Es gibt hier keine eindeutige Antwort, sondern mehrere Möglichkeiten:
- Klassische Wanderschuhe bzw. Wanderstiefel
- Halbhohe Wanderschuhe
- Trailrunning-/Laufschuhe
- Multifunktionsschuhe
- Barfuß Wanderschuhe
- Wandersandalen
Barfußschuhe zum Wandern?
In diesem Jahr möchte ich was Neues ausprobieren – und zwar Barfußschuhe. Ich hab schon öfters die Erfahrung gemacht, dass barfußlaufen über Wiesen mich auf eine angenehme Art erdet.
Bei Barfußschuhen war ich bisher noch skeptisch bzw. war mir die Hürde zu hoch, da man sich da ja langsam herantasten sollte und den Fuß erst peu a peu an die Schuhe gewöhnen sollte.
In diesem Jahr möchte ich das tun, erst langsam in der Wohnung, dann mal für einen Spaziergang im Park um die Ecke und in der Stadt und später bestenfalls auch zum Wandern – und vielleicht sogar zum Pilgern? Mal schauen.
Meine Erfahrungen mit Barfuß Wanderschuhen kannst du dann demnächst hier nachlesen, sowie ein Interview mit einem Kumpel von mir, der in dem Thema schon viel weiter ist als ich.
Das Modell, für welches ich mich entschieden habe, heißt „Primus Trail II Firm Ground“ und gibt es bei Vivobarefoot für Damen und für Herren – mit dem Code „jakobsweg“ sparst du 10%.
Ist die Zeit klassischer Wanderstiefel vorbei?
Zumindest kann man auf dem Jakobsweg – und generell beim (Fern)Wandern einen kleinen Trend weg von den schweren Stiefeln hin zu leichteren Schuhen feststellen.
Dennoch: Die klassischen Wanderschuhe (wie z.B. auf dem Foto meine alten Wanderstiefel) sind auch in Ordnung.
Wenn du magst, kannst du die Alternativen auch einmal genauer unter die Lupe nehmen und für dich ausprobieren. Wenn dir das zu komplex ist, dann kannst du auch einfach bei den klassischen Wanderschuhen bleiben.
Wichtig: Kaufe Wanderschuhe größer
Wichtig sind nur ein paar Dinge hierbei, und die solltest du beachten: So komisch das klingen mag, dein Fuß wird beim Laufen etwas größer werden und sich ausdehnen.
Denn wo du sonst vielleicht insgesamt zwei oder drei Kilometer in deinem Alltag an Distanz zurücklegst, wirst du beim Pilgern täglich 20 Kilometer zurücklegen (mehr oder weniger).
Tipp: Wanderschuhe mindestens ½ Nummer größer kaufen!
Daher solltest du bei der Wahl der Schuhe für den Jakobsweg drauf achten, dass deine Schuhe mindestens eine halbe Nummer größer sind. Dies gilt für alle oben genannten Schuharten, mit Ausnahme der Barfußschuhe.
Es ist typisch für Sportschuhe, eine Ausnahme bilden hier vielleicht noch Kletterschuhe, die eng anliegen dürfen.
Nutze Hirschtalgcreme zum Schutz der Füße
Außerdem solltest du dir Hirschtalgcreme zulegen, und die Füße damit morgens und abends einmassieren.
Tipps zum Kauf der für dich passenden Schuhe
„Testen, testen, testen!“
Ich empfehle generell, Schuhe für den Jakobsweg im Outdoor-Fachgeschäft selbst anzuprobieren und zu testen, dir womöglich eine Empfehlung eines erfahrenen Verkäufers zu holen. Zumal es dort sogenannte „Mini-Trails“ gibt, das sind simulierte Testgelände.
Es gibt auch Menschen, die ihre Schuhe online bestellen, zumal es Modelle gibt, die etabliert sind.. Zu beachten ist jedoch, dass nicht jeder Fuß gleichgeformt ist.
Was jedoch generell gilt: Bei Wanderschuhen sollte man in der Regel mindestens eine halbe Schuhgröße größer kaufen, als in normalen Alltagsschuhen.
Beim Anprobieren Wandersocken tragen
Beim Anprobieren der Schuhe solltest du auch deine Wandersocken direkt mit anziehen. Bekanntlich sind diese ja deutlich dicker, weshalb du auch mehr Platz in den Schuhen brauchst.
Wandersocken sind ebenfalls sehr wichtig, um das Risiko von Blasenbildung und anderen ungewünschten Nebeneffekten so gering wie möglich zu halten. Eine Empfehlung für Wandersocken sind die Wrightsock Wandersocken, speziell für den Jakobsweg gemacht.
Sollte beim Anprobieren bereits etwas drücken, dann direkt weg mit den Schuhen. Der Fuß sollte sich gut anfühlen in den Schuhen, genug Raum zum Atmen haben und doch auch gut stabilisiert sein.
Schuhe einlaufen vor der dem Camino
Auch solltest du darauf achten, dass die Schuhe zumindest ein wenig eingelaufen sind, bevor du damit auf Pilgerreise gehst. Es reicht meist völlig aus, wenn du sie für zwei, drei Tage in deinem Alltag trägst oder zwei Probewanderungen damit machst.
Druckspuren an den Füßen – ganz normal
Ein paar „Druckspuren“ am Fuß werden die 800 Kilometern Fußmarsch in gut einem Monat auf deinen Füßen definitiv hinterlassen, wie du auf dem Foto meiner Füße kurz vor dem Ziel in Santiago de Compostela siehst.
Damit es nicht viel mehr wird und du überhaupt so weit laufen kannst, solltest du das Thema ernst nehmen.
Nicht wenige Pilger musste ihre Reise vorzeitig abbrechen, weil sie die Grundregeln für das Schuhwerk und die Hinweise ihres Körpers schlicht missachtet haben.
Doch das muss nicht sein, wenn du diesen Artikel aufmerksam liest und umsetzt und auf deinen Körper hörst!
Wie unterscheiden sich Wanderschuhe von anderen Schuhen für den Jakobsweg?
Wanderschuhe haben den großen Vorteil, dass sie dich im Falle des Umknickens bestmöglich schützen durch den hohen Schaft. Zudem sind sie in der Regel wasserfest, was auch nicht unwichtig ist bei einer stundenlangen Wanderung.
Es gibt jedoch auch Argumente, die die Vorherrschaft von klassischen Wanderschuhen zumindest einmal anzweifeln lassen: Wie man in Studien herausgefunden hat, kommt der Mensch mit leichteren Schuhen nämlich viel schneller voran und spart Energie.
Und jedem von uns, der schon einmal in klobrigen Wanderschuhen gestanden hat, weiß, dass diese Dinger alles andere als leicht sind.
Trailrunning- bzw. Laufschuhe, Multifunktionsschuhe, Barfußschuhe und inbesondere Wandersandalen sind da natürlich wesentlich leichter vom Gewicht. Hinzu kommt, dass du dich auf dem Jakobsweg ja nicht permanent in hohen Bergen zwischen Geröll und großen Wurzeln aufhältst.
Vorteile & Nachteile von Trailrunning- & Laufschuhen zum Wandern
Im Gegenteil, häufig geht es sogar über längere Zeit an Asphaltstraßen entlang oder durch nur leicht hügeliges Terrain. Daher sind Wanderschuhe nur bedingt ideal für das Wegprofil des Jakobswegs. Zumal du im Sommer in klobigen Wanderschuhen auf dem Jakobsweg ganz schön ins Schwitzen kommen kannst und die Füße wenig Luft bekommen.
Aus diesem Grund werden Multifunktionsschuhe und Laufschuhe inzwischen beliebter auf den Jakobswegen. Auch Wandersandalen und insbesondere Barfußschuhe gewinnen an Popularität.
Nachteilig bei diesen Alternativen ist allerdings zu erwähnen, dass sie keinen guten Schutz im Falle des Umknickens leisten und dass sie nicht immer wasserfest sind.
DIE perfekten Schuhe für den Jakobsweg? Mehr eine individuelle Angelegenheit
Wie du siehst, gibt’s also die perfekten Schuhe für den Jakobsweg nicht. Wichtiger noch als die Frage nach dem Schuhtyp ist, dass der jeweilige Schuh für deinen Fuß perfekt, groß genug und eingelaufen ist.
Schuhe für abends in den Herbergen auf dem Jakobsweg
Tipp: Ich würde dir raten, ein zweites Paar ganz leichter Schuhe mitzunehmen für die Zeit abends nach deiner Wanderung.
Schuhe, die du a) in den Sanitäranlagen und Duschen der Herbergen tragen kannst und b) für einen Spaziergang in den Ort am Etappenziel oder in eine Bar oder ein Restaurant zum Abendessen.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann es für die Füße (und für die Wanderschuhe) sehr erholsam sein, wenn du deine Schuhe nachmittags am Etappenziel ausziehen kannst und etwas auslüften lassen kannst.
Auch die Füße freuen sich, aus den Schuhen zu kommen, in denen sie den ganzen Tag gesteckt haben.
Diese Schuhe sollten definitiv so leicht und luftig wie möglich sein, sowie bestenfalls auch wasser-tauglich. In Frage kommen hier:
- Crocs
- Flip Flops
- Espadrilles (leichte Leinenschuhe, sind jedoch nicht wasser-geeignet)
Häufige Fragen zu Wanderschuhen:
Eine Daumenbreite Platz vorne bei Wanderschuhen ist ratsam. Diese Faustregel wird oft genannt und dient als Orientierung. Die Daumenbreite bezieht sich auf den Platz zwischen Zehen und dem vorderen Ende des Schuhs. Man darf nicht vergessen, dass der Fuß tatsächlich größer wird beim Laufen.
Wanderschuhe solltet ihr mindestens eine Nummer größer kaufen. Das empfehlen auch erfahrene Schuhverkäufer. Nach mehreren Stunden Gehzeit schwillt der Fuß nämlich an, und dann ist es wichtig, dass er genug Raum im Schuh hat. Das also beachten beim Anprobieren der Schuhe!
Transparenzhinweis: Ein offenes Wort: Wenn du eines der oben vorgestellten Produkte kaufst, erhalte ich eine kleine Provision dafür. Du unterstützt damit also direkt diesen Blog und zahlst trotzdem keinen Cent mehr. Ich empfehle nur Produkte, wo ich oder zuverlässige Pilgerfreunde von mir auch wirklich hinterstehen.
Deine Erfahrungen?
Für welche Schuhe hast du dich entschieden? Womit bist du den Jakobsweg gelaufen oder mit welchen Schuhen wirst du ihn laufen? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren mit uns!
Jakobsweg-Redakteur: Christoph Erkens
Hey, ich bin Christoph und möchte dich hier ehrlich über das Abenteuer Jakobsweg informieren und begeistern. Seit meinen ersten Pilgerreisen 2014 in Spanien und Portugal hat mich der Jakobsweg nicht mehr losgelassen. Buen Camino!