Barfuß Wanderschuhe: Interview & Erfahrungen zum Wandern mit Barfußschuhen

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Barfußlaufen und Barfußschuhe liegen im Trend. Selbst zum Joggen, wandern und pilgern werden die als besonders gesund geltenden Schuhe immer häufiger angezogen. Sie heißen dann Barfuß Wanderschuhe. 

Ich selbst habe letztes Jahr im Sommer begonnen, bei Spaziergängen im Park und in der Natur immer wieder mal für 20 Minuten die Schuhe und Socken auszuziehen und barfuß zu laufen, und hab mich danach innerlich ruhiger gefühlt. Jetzt in 2024 möchte ich auch Barfußschuhe testen und mich da rantasten.

Barfußlaufen kann innerlich ruhiger machen
Barfußlaufen kann innerlich ruhiger machen.

Doch reicht das schon, um über eine längere Fernwanderung, wie den Jakobsweg, mit Barfußschuhen nachzudenken? Könnte das etwas für dich und mich sein? Und sind Barfußschuhe schon eine ernstzunehmende Alternative zu üblichen Wanderschuhen für den Jakobsweg?

Das wollte ich wissen, und hab dafür die wichtigsten Facts zum Thema gesammelt, in einem Buch zum Thema „Earthing und Erden“ gestöbert, und einen guten Freund von mir interviewt, der auf Gesundheitsschuhe schwört, und schon einige Erfahrungen mit Barfußschuhen beim Wandern gesammelt hat.

Das Wichtigste über Barfuß Wanderschuhe

Sohle des Barfußschuhs

  • Barfußschuhe genießen den Ruf, sehr gesund für den Fuß zu sein
  • Sie stärken die Fußmuskulatur (und indirekt auch Knie etc.), beugen Fehlhaltungen vor, und erden uns körperlich und seelisch
  • Sie erfordern jedoch ein langsames Herantasten an die für den Fuß und Körper ungewohnte Belastung
  • Barfuß Wanderschuhe unterscheiden sich zu „normalen“ Barfußschuhen durch eine stabilere Sohle, die mehr Halt für Fuß und Zehen bietet
  • Die Schuhe fallen unterschiedlich groß aus, daher vor dem Kauf unbedingt deine Größe bestimmen (bei meinem Modell z.B. (siehe unten) fällt der Schuh kleiner aus als sonst)
  • Bekannte Hersteller sind Vivobarefoot (mit dem Code „jakobsweg“ sparst du 10%), Leguano, Merrell, Vibram FiveFingers, Joe Nimble

Die beliebtesten Barfußschuhe zum Wandern

  • „Primus Trail II Firm Ground“ (bei Vivobarefoot für Damen / für Herren – mit dem Code „jakobsweg“ sparst du 10%) – das Modell, was ich aktuell teste (nutze den Größenfinder auf der Produktseite unten, um deine passende Schuhgröße zu finden)
  • „Magna Trail“ (bei Vivobarefoot)
  • „Xero Shoes Mesa Trail“ (bei Bergfreunde)
  • „Merrell Vapor Glove 3“ (bei Bergfreunde)
  • „Saguaro Unisex Barfußschuhe“ (bei Amazon)

Barfuß Wanderschuhe Vivobarefoot

In diesem Frühjahr möchte ich mich selbst an Barfuß Wanderschuhe heranwagen und habe mich für Vivobarefoot als Marke entschieden zum Ausprobieren. Als Modell habe ich den Primus Trail II Firm Ground (Link siehe oben) gewählt, der wohl der meistverkaufte Trailrunning-Sneaker dort ist.

Ich wollte einen Schuh, den ich langfristig sowohl zum Wandern als auch im Alltag nutzen kann – wenn ich einmal mich daran gewöhnt habe. Ich finde, dass dieses Modell auch optisch was hermacht und ein guter Kompromiss ist.

Ich teste Barfußschuhe von vivobarefoot

Jakobsweg mit Barfußschuhen – Erfahrungen (Interview)

Mein Pilger-Kumpel Dominik ist seit Jahren leidenschaftlicher Barfußschuh-Träger. Aber gilt das auch für beim Pilgern? Das wollte ich von ihm wissen und hab ihn daher ausgequetscht zum Thema Barfußschuhe und Jakobsweg.

Mit Barfuß Wanderschuhen auf den Jakobsweg

Christoph: Dominik, wie ist es zu deiner Liebe zu Barfußschuhen gekommen? Wie bist du damit in Berührung gekommen und warum hat dich das Thema gefesselt? Was sind die Vorteile von Barfußschuhen und für wen sind sie geeignet?

Dominik: Hallo Christoph, meine Liebe zu Barfußschuhen fing auf meiner Reise auf dem Jakobsweg an. Als Läufer habe ich mich schon häufiger mit dem Thema „Barfußlaufen“ auseinandergesetzt und war häufig nach meinen Läufen noch auf einer Wiese oder im Sand barfuß unterwegs.

Um meinen Füßen auf dem Jakobsweg abends Abwechslung zu gönnen, habe ich mich über Alternativen zu den „normalen“ Schuhen (normal bedeutete bei mir jedoch keine Wander- sondern Laufschuhe) und habe deshalb im Vivobarefoot Flagship Store in Köln ein paar Barfußschuhe und ein paar Sandalen gekauft. Witzigerweise habe ich anschließend sogar noch ein drittes Paar gewonnen, welches dann später auf dem Jakobsweg auch zum Einsatz kam.

Soweit zur Vorgeschichte. Meine Liebe zu den Schuhen ist entstanden, als ich gemerkt habe, dass ich mir in den Schuhen keine Blasen laufe (was ich in den Laufschuhen leider getan habe) und dass ich eine ganz andere Verbindung zum Untergrund habe, auf dem ich mich bewege. Ich war auf einmal viel bewusster unterwegs und habe geschaut, wo ich hintrete.

Barfußschuhe haben den Vorteil, dass sie deinem Fuß die natürliche Bewegungsfreiheit geben.“

Im Alltag tragen wir oft zu enge Schuhe bzw. Schuhe, die die Bewegungsfreiheit der Zehen nach unten / oben einschränkt. Außerdem stärken sie deine Fußmuskulatur und sorgen damit für eine stabile Basis. Der größte Vorteil für mich besteht im neuen Gefühl, welches ich für den Untergrund und damit übergreifend auch für meine Umgebung entwickelt habe.

Grundsätzlich empfehle ich jedem, von Zeit zu Zeit barfuß unterwegs zu sein. Das ist gut für die Füße und für eine stabile Basis. Dafür sind jedoch nicht zwingend Barfußschuhe notwendig. Sobald du merkst, dass es dir gut tut, barfuß unterwegs zu sein, kannst du dann auch nach geeigneten Schuhen Ausschau halten.

Trägst du auch in deinem Alltag regelmäßig Barfußschuhe? Ist dir die Umstellung auf Barfußschuhe nicht schwer gefallen?

Ich kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen und trage auch im Alltag mittlerweile ausschließlich Barfußschuhe, weil ich einfach merke, dass es mir und meinen Füßen gut tut.

Meine Füße waren durch 2.000km und mehr, die ich pro Jahr laufend unterwegs war, bereits stärkere Belastungen gewöhnt. Deshalb und weil ich schon vorher immer mal wieder barfuß gelaufen bin, ist mir die Umstellung nicht schwer gefallen.

Wenn du bisher nie barfuß unterwegs warst und es auch mal ausprobieren möchtest, fang einfach damit an, in der Wohnung barfuß unterwegs zu sein. In diesem geschützten Terrain können sich deine Füße wunderbar an die „Basics“ gewöhnen.

Danach baue das Barfußgehen mehr und mehr in deinen Alltag an. Übertreibe es jedoch nicht – während die Muskelstrukturen sich ziemlich schnell anpassen, brauchen Knochen, Knorpel, Sehen und Bänder viel länger und wollen langsam an die neue Belastung herangeführt werden.

Du hattest auf deiner 3.000-Kilometer-Wanderung auf dem Jakobsweg von Köln nach Santiago 2015 und auf dem Camino Portugues 2016 auch Barfußschuhe dabei. Verzichtest du ganz auf klassische Wanderschuhe?

Die Reise auf dem Jakobsweg war meine erste lange Wanderung. Dennoch war von Anfang an für mich klar, dass ich auf klassische Wanderschuhe verzichten werde. Ich bin Läufer, weshalb ich von Anfang an den Plan hatte, Laufschuhe bzw. Trailrunningschuhe zu nutzen. Allein wegen des Gewichts.

Wenn du 20km wanderst entspricht das ca. 30.000 Schritten. Du musst also 15.000mal mit dem linken und 15.000mal mit dem rechten Fuß deinen Schuh vom Boden abheben. Klassische Wanderschuhe wiegen schonmal pro Paar 1,5kg bis 2kg. Mein leichtestes Schuhpaar, das ich dabei hatte (und in dem ich regelmäßig unterwegs war), wog gerade mal 332g. Das sind mehr als 1kg Unterschied.

Selbst zu leichten Wanderschuhen ist der Unterschied immer noch immens, wenn du bedenkst, dass das britische Militär in Studien festgestellt hat, dass du pro 500g Gewichtsersparnis bei den Schuhen 5km mehr am Tag zurücklegen kannst.

Klassische Wanderschuhe haben ihre Berechtigung in Gefilden, in denen die meisten „normalen Wanderer“ nicht unterwegs sind: im Hochgebirge, bei schroffen, felsigen Bodenverhältnissen. Diese habe ich aber auf dem Jakobsweg nur in absoluten Ausnahmefällen (weniger als 0,1% meiner Strecke) angetroffen.

Barfußschuhe

Wenn meine Leserinnen und Leser nun auch gerne Barfußschuhe ausprobieren würden: Worauf sollten sie beim Kauf achten? Gibt es verschiedene Modelle? Welches Modell empfiehlst du?

Barfußschuhe entwickeln sich gerade aus ihrer Nische heraus und werden „salonfähig“. Während früher Menschen mit „Five Fingers“ (den lustig aussehenden Zehenschuhen) belächelt wurden, gibt es mittlerweile selbst Barfußschuhe, die in der Geschäftswelt getragen werden können, ohne dass du schiefe Blicke oder Getuschel fürchten musst.

Beim Kauf von Barfußschuhen solltest du, wie auch bei allen anderen Schuhen, darauf achten, dass die Schuhe bequem sind und du dich von Anfang an darin wohlfühlst.

Mein absoluter Lieblingsschuh ist der Primus Trail Firm Ground von Vivobarefoot (als ich ihn zum ersten Mal gekauft habe, hieß er noch Trailfreak) – ich habe insgesamt 2 Paare davon auf dem Jakobsweg durchgelatscht und trage die Schuhe auch heute noch fast täglich. Du bekommst ihn bei Vivobarefoot (für Damen und für Herren – mit dem Code „jakobsweg“ sparst du 10%) oder auch bei Amazon.

Sollte ich die Schuhe vor Ort holen, und wenn ja, wo, oder kann ich sie auch online bestellen?

Es ist immer schön, gut beraten zu werden. Wenn dich jemand berät, der selbst viel Erfahrung mit den Schuhen hat, kann er dich bei der Schuhauswahl besser unterstützen – vorausgesetzt, du weißt selbst, was du willst. Deshalb bevorzuge ich den Einkauf im Laden. Wenn du das nicht möchtest, gibt es natürlich auch die Chance, die Schuhe online zu bestellen.

Ich bin sehr zufrieden mit den Barfußschuhen von Vivobarefoot. Es gibt überall in Deutschland Läden davon. Mein Lieblingsladen ist natürlich der Vivobarefoot Flagship Store in Köln, der mich dankenswertweise in einer „Notsituation“ auf meiner Reise eingesprungen ist und mir Schuhe per Express hinterhergeschickt hat. Ein toller Service. Vivobarefoot hat natürlich auch einen Online-Shop.

In einem meiner letzten Blogartikel findest du mehr Infos zum Barfußthema und einen 10% Gutschein für deinen Einkauf bei vivobarefoot.de. Ansonsten gibt es mittlerweile eine bunte Bandbreite von Barfußschuhen, die du über die gängigen Suchmaschinen findest.

Wanderschuhe sollte man definitiv ein wenig einlaufen, bevor man damit auf eine intensive Reise wie den Jakobsweg geht. Wie sieht es da mit Barfußschuhen aus? Wie viel Einlaufzeit sollte ich  einkalkulieren?

Auch oder vielleicht gerade bei diesem Thema solltest du der Individualität der Füße gerecht werden. Jeder Fuß ist anders, deshalb braucht auch jeder Fuß eine andere Zeit, um sich an neue Schuhe zu gewöhnen. Ich habe bei den Barfußschuhen die tolle Erfahrung gemacht, dass ich sie keinen einzigen Schritt einlaufen musste.

Sie haben von Anfang an so bequem gesessen, dass in ihnen die Blasen, die ich mir in den ersten Tagen meiner Reise gelaufen hatte, abgeheilt sind. Ich kann natürlich nur für mich sprechen – hier gilt: Probieren geht über studieren.

Wenn du mehr zu dem Barfuß-Thema erfahren willst, schau dir gerne auch den Artikel auf meinem Blog dazu an http://www.wanderveg.de/barfuss/

Tipp: Erst langsam mit Barfußschuhen beginnen, nicht sofort 800 km pilgern

Nachtrag: Nicht jeder Fuß akklimatisiert sich so schnell an die Barfußschuhe. Zwei Pilger haben dies auf dem Jakobsweg getestet und raten in ihrem Erfahrungsbericht dazu, sich Zeit zu lassen. Ihr Fazit:

„Ohne ausreichende Übung bzw. Umgewöhnung ist es nicht ratsam, von jetzt auf gleich eine solche Strecke mit Barfußschuhen zu absolvieren“.

Video: Gründe für Wandern in Barfußschuhen

Literatur-Tipps

Spannende Bücher zum Thema:

  • „Born to run“ (hier erhältlich)
  • „Earthing – Heilendes Erden“ (hier erhältlich)

Mehr Lesestoff zum Thema im Netz:

  • https://wanderveg.de/barfuss/
  • https://www.barfuss-schuhe.net/test-erfahrungen/vivobarefoot-tracker-firm-ground-test-review/19255/
  • https://matschbar.com/ausruestung-equipment/schuhe/barfuss-schuhe/
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