Jakobsweg: Alleine als Frau pilgern

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Alleine als Frau auf den Jakobsweg

Um auf dem Jakobsweg alleine als Frau zu pilgern, brauchst du dir keine großen Gedanken zu machen, denn: Der Jakobsweg ist genauso sicher oder unsicher wie das Leben in der (Groß)Stadt, in der du lebst. Natürlich ist Spanien ein anderes Land, doch von der Kultur her ist es uns im Vergleich zu südlicheren Ländern oder Kulturen wie Asien oder Südamerika doch sehr ähnlich.

Es ist übrigens ein Trend, wie ich im Sommer 2014 festgestellt habe, auf dem Jakobsweg alleine als Frau zu reisen und zu pilgern. So war es keine Seltenheit, dass ich zum Beispiel eine Gruppe von vier jungen Frauen in einem Café am Weg getroffen habe, um zu erfahren, dass alle vier Mädels alleine zum Pilgern auf den Jakobsweg gestartet sind. Zusammengefunden haben sie sich erst auf dem Camino.

Laut Statistik sind inzwischen übrigens fast genauso viele Frauen (49 %) wie Männer (51%) auf dem Jakobsweg unterwegs (Stand Januar 2018).  Update 2019: Nach den neuesten Statistiken waren im Jahr 2018 sogar erstmals leicht mehr Frauen (51%) als Männer auf den Jakobswegen unterwegs.

(Passend dazu vielleicht an dieser Stelle kurz der Hinweis auf unser gerade erschienenes eBook mit Erfahrungsberichten & Interviews mit 15 alleingepilgerten Frauen:)

Getrennte Sanitäranlagen sind in den Herbergen auf dem Jakobsweg die Regel. Getrennte Schlafsäle dagegen eher die Seltenheit. Dennoch kannst du dich hier sicher fühlen, denn wenn du nicht in der absoluten Nebensaison oder auf Nebenwegen läufst, wirst du vermutlich nicht alleine, sondern in einer Gruppe von Pilgern übernachten. Du wirst sehen: Pilger sind ein bestimmtes Klientel, und das ist in der Regel sehr herzlich und offen.

Bücher zum Thema alleine als Frau reisen

frauenreisensoloAnteil daran, dass sich immer mehr Frauen alleine auf Reisen trauen, hat auch meine Bloggerkollegin Carina Herrmann von pinkcompass.de. Sie ist alleine durch die Welt gereist und gibt Frauen auf ihrem Blog Tipps und Mut, sich auch auf den Weg zu machen. Ihr Buch „Frauen reisen solo, in das ich blicken durfte und das ich sehr empfehlen kann, widmet sich ganz diesem Thema. Darin gibt sie nicht nur Tipps zur Sicherheit unterwegs, sondern auch zum Packen und Themen wie Hygiene und Heimweh unterwegs. Allerdings war sie auch in ganz anderen Kulturen unterwegs. Der Jakobsweg ist im Vergleich dazu eh sehr sicher!

Weitere Bücher und Erfahrungsberichte zum Thema auf dem Jakobsweg alleine als Frau pilgern sind zum Beispiel von Mady Host und HanneLore Hallek erschienen. Über ihre Solo-Reise auf dem Küstenweg hat Silvia Faller ein Buch geschrieben. Und ein weiterer, aber etwas in die Jahre gekommener Ratgeber ist dieser hier.

Wild AudibleHörbuch-Fernweh-Tipp!

Das kürzlich auch verfilmte „Der große Trip – Wild“ von Cheryl Strayed. Hier als kostenloser Download erhältlich…

 

Tipps, falls du auf dem Jakobsweg alleine als Frau pilgern möchtest & noch zögerst:

  • Lies unser eBook, wo 15 Solo-Pilgerinnen von ihren Erfahrungen erzählen und Mut verbreiten
  • Schließ dich anderen Pilgern an
  • Lauf den Jakobsweg in den Sommermonaten, da findest du genug Mitpilger und läufst nicht stundenlang alleine. Aber bedenke auch, dass es besonders im Hochsommer sehr voll werden kann. Tipps um die Pilgermassen bestmöglich zu umgehen, findest du in meinem eBook.
  • Mach die von mir organisierte Rucksackreise zu Dir mit, da findest du eine Mischung aus Alleine reisen & in einer Gruppe sein
  • Lies das Buch von Carina Herrmann mit vielen Tipps. Oder hol dir den Küstenweg-Guide von mir. Darin findest du neben einem ausführlichen Interview mit einer Küstenweg-Solo-Pilgerin auch viele Erfahrungen und Tipps von meinen Solo-Reisen
  • Falls dir jemand hinterherpfeifft (was Spanier eher als Deutsche tun), ist das als Kompliment gemeint. Einfach weitergehen
  • Falls dich jemand anspricht (was ältere spanische Männer schon mal gerne tun – unzwar bei Pilgern generell! – aber nicht aus böser Absicht, sondern einfach weil es ihrer Natur & Kultur entspricht, das Gespräch zu suchen), so gib ihm höflich aber deutlich zu verstehen, dass du alleine weitergehen möchtest (ich selbst hatte mal einen älteren Spanier, der mich so gern begleiten wollte, dass ich ihm 5 Mal – das letzte Mal sehr lautstark – klarmachen  musste, dass ich alleine weitergehe: „yo voy solo“ (das „v“ wird wie „b“ ausgesprochen, also „boy“). So ein Fall ist aber eher die Ausnahme. Das ist nicht gefährlich, sondern nur nervig)
  • Lerne ein wenig Spanisch vor deiner Reise, das gibt Sicherheit, z.B. mit diesem Sprachführer, den ich auch auf meiner Reise dabei hatte. Wenn du gerne online lernst, kann ich dir die Sprachkurse von Babbel auch empfehlen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Spanisch für den Jakobsweg findest du hier.
  • Es gibt Pensionen & Hotels am Weg, wo du Einzelzimmer buchen kannst, wenn du deine Ruhe brauchst
  • Nimm eine Freundin mit auf den Jakobsweg, doch verabredet, dass ihr getrennte Tagesetappen geht und euch erst abends in der Herberge (oder zwischendurch in der Pause) wiedertrefft. So kannst du dich in kleinen Schritten an das Alleine Reisen gewöhnen
  • Bevor du anderenfalls gar nicht pilgern gehst: Packe Pfefferspray ein (doch bedenke: das ist kein Spielzeug!)

Noch ein Wort zu diesen Tipps: Das sind Notfalltipps. Der Jakobsweg ist nicht so, mach dich nicht verrückt! Wenn du mich fragst, ist das Leben in den Großstädten mitunter viel gefährlicher!

Warum der Jakobsweg sich besonders als Destination für deine erste Solo-Reise eignet, habe ich hier aufgeschrieben.

Auf dem Jakobsweg alleine als Frau pilgern:

Ein Kurz-Interview

Dini alleine als Frau auf dem Jakobsweg.

Dini alleine als Frau auf dem Jakobsweg.

Dini Schlesinger war alleine auf spanischen und portugiesischen Jakobswegen unterwegs und hat mir ein bisschen Auskunft gegeben (sowie mir bei der Erstellung der idealen Packliste für Frauen geholfen).

Wie war es für dich, auf dem Jakobsweg alleine als Frau zu pilgern?

Dini: Fantastisch! Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, Paare, kleinere Gruppen, sowie auch Pilger, die allein gelaufen sind, Frauen wie Herren jeden Alters. Und wenn du selbst offen für dich, den Weg, die Natur und Begegnungen bist, kommt es immer zu schönen Gesprächen mit Einheimischen und Mitpilgern und man fühlt sich nicht allein.

Was gibt dir Sicherheit unterwegs oder was hast du zur Sicherheit mitgenommen?

Dini: Die Sicherheit ist einfach Selbstvertrauen in sich und den Weg zu haben, den Rucksack zu packen und den Camino einfach zu gehen. Du bist nie ganz allein und ein unsicheres Gefühl hatte ich nicht. Ich bin von Porto nach Santiago gelaufen, habe somit zwei Länder durchquert und als Pilger hat man immer einen guten Stand, mir wurde geholfen, wenn ich Hilfe brauchte, sei es durch Bewohner oder Mitpilger.

Was würdest du anderen Frauen empfehlen, die den Jakobsweg alleine gehen möchten, aber noch zögern?

Dini: Rucksack packen und losgehen. Was dich aufhält, bist du selbst und niemand anderes!

Packliste Frauen Button

Wie sind deine Erfahrungen als Frau alleine auf dem Jakobsweg zu pilgern?


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0 Kommentare.

  1. Aber ansonsten sind es gute Beiträge und Anregungen. Und allen die sich nicht alleine ins Höschen machen….hat was mit Selbstbewusstsein zu tun…wer sich als Opfer sieht ist überall in Gefahr. Viel Spaß beim wandern pilgern was auch immer der Antrieb ist.
    Viel Glück und gesund nach Hause kommen.

  2. Hallo Christoph,

    danke für deine super informativ, persönliche und optisch ansprechend aufgebaute Seite – ich habe mich mich lang und breit mit Freude quergelesen!

    Als Pilgerneuling würde ich gerne ab Anfang März (mit bequemen 6-7 Wochen Zeit) ab Bilbao den Küstenweg starten.
    Folgendes schwirrt noch in meinem Kopf herum: hast du ein Höhenprofil von dieser Strecke?
    Muss ich noch mit geschlossenen Herbergen rechnen? Gibt es zwischendurch „Verpflegungsstationen“ oder muss ich kalkulieren, mich tagelang mit Proviant zu versorgen?
    Gibt es am Küstenweg auch Pensionen, um sich zwischendurch mal 2 Nächte ausruhen zu können und nicht gleich wieder aufbrechen zu müssen?
    Ist ein Schlafsack dringend erforderlich oder reicht auch ein leichtes Inlet (sind zB genügend Decken vorhanden in der Nebensaison)?
    Ich muss mit dem Gewicht sehr aufpassen, da ich klein und zierlich bin und gerade 45 kg wiege. Doch mit 4,5 kg Gepäcke schaffe ich es definitiv nicht – bei aller Sparsamkeit! 😂

    Danke für all deine Tipps – nun vertiefe ich mich in dein Buch!
    Herzliche Grüsse,
    Nora.

  3. Hallo Christoph,
    du hast hier einen wundervollen Blog! Ich wollte vor 2 Stunden „nur mal kurz“ nach Infos googlen und bin seitdem auf deiner Seite und komme gar nicht mehr los 🙂
    Ich selbst bin noch nie gepilgert und kenne auch niemanden persönlich, der es je getan hat. Ich möchte es aber gerne nächstes Jahr in Angriff nehmen, am liebsten auch nicht den wohl überlaufenen Camino De Francés, sondern die Küste reizt mich. Jetzt habe ich allerdings eine Hündin und die muss mit! Sie ist eine holländische Schäferhündin, also körperlich wird ihr das nicht viel anhaben 🙂 Aber das wirft natürlich die eine oder andere Frage auf: Kann ich mit dem Zug anreisen? Fliegen kommt für uns eher weniger in Frage, das möchte ich meinem Tier nicht unbedingt zumuten wenn es nicht wirklich sein muss. Wie sieht es mit den Nächten aus? Habe ich mit Hund überhaupt die Chance in einer Herberge zu übernachten oder muss ich zurückgreifen auf ein Zelt? Grundsätzlich bin ich der absolute Camping Typ und ich liebe Zelten. Ich mache mir einfach nur Gedanken über das „Mehr“ an Gepäck, vor allem da ich ja auch immer noch etwas Hundefutter und zusätzliches Wasser mit mir herumtragen werde. Sind dir auf deinen Reisen denn schon mal Pilgerer mit Hund begegnet oder ist das eher weniger üblich?
    Ohne meine Kleine kommt die Reise für mich nicht in Frage. Zum einen kann ich mir keine Hundepension für 6 Wochen leisten, zum anderen fühle ich mich als Frau, die den Weg alleine bestreitet, mit ihr an meiner Seite viel sicherer, und nicht zuletzt weil sie einfach zu mir gehört und deshalb mit mir kommen darf.
    Ich hoffe du kannst mir hierzu ein paar Auskünfte geben, das wäre wirklich toll.
    Viele liebe Grüße,
    Luk

    • Hallo Luk,

      ich bin vor zwei Tagen vom Camino del Norte zurückgekommen. Ein Tolle Reise mit allen Höhen und Tiefen. Ich habe es in vier Wochen geschafft, trotz Knochenhautentzündung am Schienbein und danach grippaler Infekt. Es war eine harte Herausforderung und man geht über seine Grenzen. Ich wollte drei mal abbrechen und bin sehr froh darüber, dass ich es nicht getan habe.
      Ich wollte auch meine 9 Jahre alte Mischlingshündin mitnehmen und habe mich dann doch dagegen entschieden, worüber ich auch sehr froh bin. Ich habe auf dem ganzen Camino eine Herberge gesehen, in der Hunde erlaubt waren. Dann ist der ganze Camino voll von Hunden. Die meisten sind zwar angekettet (leider oft an sehr kurzen Ketten) doch einige sind auch frei. Du läufst sehr viel über Asphalt. Selbst wenn du nur 20 km am Tag läufst, denke ich, dass dies für deinen Hund eine Strapaze sein wird und dadurch auch für dich. Meiner Meinung nach tust du euch beiden keinen Gefallen. Ich habe von einem Pilger mit Hund gehört, der musste abbrechen, weil sich sein Hund die Pfoten wund gelaufen hat. Persönlich habe ich eine Französin getroffen, die mit 2 Hunden unterwegs war. Sie hat immer gezeltet und war auch sehr entspannt. Jeder ist eben anders. Für mich wäre es auf keinen Fall etwas gewesen. Und ich denke, es sollte auch so sein.
      Ich bin auch mit dem Zug angereist. Überhaupt kein Problem, Du musst nur in Paris umsteigen um den Bahnhof zu wechseln. Von Paris kannst du dann durchfahren bis Irun. Das zurückfahren von Santiago mit der Bahn ist allerdings etwas komplizierter, langwierig und auch kostenintensiv.
      Ich wünsche dir einen tollen ereignisreichen Camimo mit oder ohne Hund. Wenn es für dich die Zeit sein soll den Camino zu gehen, dann wirst du ihn auch gehen. Wenn es ohne Hund sein soll, dann wird auch eine passende Lösung dafür da sein.

      LG Alexander

  4. Hallo Luk,
    ich bin gerade vom Küstenweg zurück. Auch ich wollte meinen Hund gerne mitnehmen und aufgrund älterer Kommentare (und dem nicht unerheblichen Zusatzgepäck in dieser Jahreszeit) kam ich davon ab. Zum Glück – denn ohne Zelt wäre ich mit Hund auf dem Camino del Norte völlig aufgeschmissen gewesen.
    Auch wichtig: In Spanien kannst du deinen Hund nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren. Nur im Flugzeugbauch mit Hundebox ist ok. Das Ticket plus Box für den Hund kostet auf jeden Fall eine ganze Menge. Es ist fraglich, ob du mit Hundebetreuung für 6 Wochen nicht sogar günstiger dran wärest. Vom ersparten Stress für deinen Hund mal abgesehen 😌
    Viel Spass bei deiner Planung und
    Buen Camino,
    Juno.

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