Jakobsweg-Zelten: Der ultimative Leitfaden plus Zelt-Empfehlungen

Teile dies mit Freunden, die auch pilgern möchten:

Inhaltsverzeichnis:

  1. 3 gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten
  2. 3 gute Gründe gegen das Jakobsweg-Zelten
  3. Ist das Jakobsweg-Zelten erlaubt?
  4. Warum Wild Campen auf dem Jakobsweg eigentlich verboten ist & es meistens trotzdem kein Problem ist
  5. 8 Regeln, die du beim Zelten auf dem Jakobsweg unbedingt beachten solltest
  6. 3 Empfehlungen für ein gutes Zelt
  7. Nicht vergessen: Isomatte

3 gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten

Der Jakobsweg ist ein Abenteuer und eine Naturerfahrung – und durch das Zelten kannst du diese Naturerfahrung noch verstärken. Gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten sind:

  • Die Freiheit, die du beim Wandern durch die pure Natur erleben möchtest und erleben wirst; diese Freiheit wird noch größer, wenn du mit deinem Zelt oder einer Outdoor-Hängematte auf dem Jakobsweg in Spanien (z.B. am Küstenweg oder Camino Francés), Frankreich oder Deutschland unterwegs bist und unter freiem Himmel übernachtest. Näher an der Natur sein geht nicht.
  • Besonders zu Zeiten, wo der Jakobsweg sehr voll ist, was heutzutage leider häufiger vorkommt, kann das Jakobsweg-Zelten eine gute Idee sein. So bist du nämlich völlig unabhängig von den Herbergen und nicht darauf angewiesen, noch ein Bett zu bekommen. Auch wenn du zu den Menschen gehörst, die ungern mit Dutzenden anderen in einem Schlafsaal übernachten, kann das Campen auf dem Jakobsweg eine gute Alternative sein.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass du mit einem eigenen Zelt deine Etappen ganz frei gestalten kannst. Statt z.B. 20 Kilometer bis zur nächsten Herberge gehen zu MÜSSEN, kannst du nun dein Zelt fast jederzeit aufstellen und die Tagesdistanz auf diese Weise selbst wählen. Das kann besonders auf Jakobswegen mit oft langen Etappen wie der Via de la Plata hilfreich sein. Auf dem Camino Francés hast du damit kaum ein Problem.

Jakobsweg Zelten: Worauf du achten solltest

3 gute Gründe gegen das Jakobsweg-Zelten

Wollen wir uns fairerweise auch noch die Gegenseite anschauen. Was könnte gegen das Zelten auf dem Jakobsweg sprechen?

  • Deutlich mehr Gewicht
  • Beim Jakobsweg-Zelten hast du nicht immer eine frische Dusche
  • Unter Umständen weniger Komfort beim Schlafen

Ist das Jakobsweg-Zelten erlaubt?

Halten dich die Beeinträchtigungen nicht von der Idee ab und hast du trotzdem genügend gute Gründe für dich gefunden? Gut, doch wie sieht es eigentlich mit der rechtlichen Seite aus: Ist das Jakobsweg-Zelten offiziell erlaubt, und unter welchen Umständen?

Hier müssen wir erst einmal die 2 Arten des Zeltens unterscheiden:

  1. Das Zelten auf Campingplätzen am Jakobsweg und in Gärten vor Herbergen
  2. Das sogenannte Wild Campen in freier Natur

Das Zelten auf Campingplätzen und in Gärten von Herbergen ist natürlich kein Problem, wenn du dich anmeldest bzw. bei den Herbergen fragst. Anders sieht es da schon beim wilden Campen aus: Strenggenommen ist das Wild Campen vielerorts verboten.

Bei uns in Deutschland, aber auch in Spanien ist das Wild Campen gesetzlich verboten. In Frankreich und Portugal wird es gerade noch toleriert, während es in Teilen der Schweiz erlaubt ist. Dort gilt je nach Kanton das Jedermannsrecht, das jedem gewisse Grundrechte in der Natur zugesteht. Ähnlich ist es übrigens in Skandinavien. Die folgende tolle Grafik von kusafiri.at zeigt das Ganze  auf einer Karte.

Jakobsweg Zelten Wild Campen

Grafik: kusafiri.at

Die Gründe, warum das Wild Campen in Spanien und Deutschland beispielsweise strenggenommen verboten und in einigen anderen Ländern auch nur toleriert ist, sind klar:

  • Waldbrandgefahr
  • Verschmutzungsgefahr für Wälder und Natur
  • Tiere können gestört werden
  • Naturschutzgebiete können beeinträchtigt werden

Warum Wild Campen auf dem Jakobsweg eigentlich verboten ist & es meistens trotzdem kein Problem ist

Warum du dein Zelt trotzdem mit auf den Jakobsweg nehmen kannst? Abgesehen davon, dass du ja auch die offiziellen Campingplätze und Herbergs-Gärten nutzen kannst, stellt sich nämlich auch die Frage: In welchem Maße ist dieses Gesetz eigentlich gemeint? Denn es ist einleuchtend, dass ein umsichtiger einzelner Mensch, der respektvoll mit der Natur umgeht und wichtige Regeln beachtet, schwer mit einer Horde Dutzender wild campender Menschen zu vergleichen ist, die Natur und Tierwelt stören.

Daher hat sich auf dem Jakobsweg der Satz etabliert: Strenggenommen ist es verboten, dennoch ist es meist kein Problem, WENN du einige Dinge beachtest.

8 Regeln, die du beim Zelten auf dem Jakobsweg unbedingt beachten solltest:

  • Baue dein Zelt nicht in Naturschutzgebieten, auf Viehweiden oder Privatgrundstücken auf
  • Baue dein Zelt erst spät bei Sonnenuntergang auf und am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang wieder ab
  • Mache kein Feuer
  • Hinterlasse alles sauber und mache keinen Müll
  • Störe keine Tiere
  • Sei leise
  • Frage ggf. um Erlaubnis, wenn ein Hof in der Nähe ist

Jakobsweg-Zelten: 3 Empfehlungen für ein gutes Zelt

Gut, du kennst also die Regeln und hast gute Gründe, den Jakobsweg mit dem Zelt zu bewandern. Lass uns nun zur praktischen Vorbereitung kommen mit der Frage: Welches Zelt ist denn unterwegs sinnvoll und worauf sollte ich beim Kauf achten?

Wortwörtlich das „schwerste“ Argument beim Thema Zelten ist das Zelt an sich. Und wenn du nicht vorhast, den Jakobsweg mit Fahrrad und Zelt zu bestreiten,  so musst du dein Zelt den ganzen Tag tragen über Hunderte von Kilometern Richtung Santiago. Daher sollten wir ein paar Minuten (oder Stunden) auf die Suche nach einem passenden Zelt für uns verwenden. Im Folgenden 3 Empfehlungen von mir und aus meinem engen Pilgerfreundeskreis.

Empfehlung Nr.1: Wechsel Pathfinder ZG

Reinhard1

Reinhard ist ein Pilgerfreund, der 2014 über 3.000 Km von München bis nach Santiago de Compostela gelaufen ist – mit Zelt. Ich habe mit ihm gesprochen:

1.Wie sah deine „Camp“-Ausrüstung aus? Was für ein Zelt hattest du, wie schwer?

Zusätzlich zu der „normalen“ Pilgerausrüstung hatte ich nur mein Ein-Mann-Zelt, Modell „Pathfinder“ von Wechsel, Gewicht ca. 1,7 kg. Zusätzlich eine Thermarest-Isomatte, ein ganz leichter Daunenschlafsack (500 Gramm) und ein aufblasbares Kopfkissen.

2.Wenn jemand auch vorhat, auf dem Jakobsweg zu zelten, worauf sollte er achten bei der Vorbereitung/Kauf des Zelts und unterwegs?

Beim Kauf der Ausrüstung kann ich nur raten, auf Qualität zu achten und falls man nicht so die Kenntnisse hat, sich im Fachhandel beraten zu lassen. Zwar sind Markenprodukte etwas teurer, aber das zahlt sich aus, zum einen am deutlich geringeren Gewicht, zum anderen wird das Equipment beim täglichen Gebrauch stark beansprucht, und einen kaputten Reißverschluss am Schlafsack oder Zelt oder eine undichte Isomatte bringen keine Freude.

Ein freistehendes Zelt kann ich nur empfehlen, damit hast Du völlige Freiheit, wo bzw. auf welchem Untergrund du dein Zelt aufstellst, da es keine Heringe benötigt.

3.Hast du noch einen wichtigen Tipp?

Ansonsten, wenn man keine großen Erfahrungen im Outdoorbereich, speziell mit dem Zelten hat, kann ich es trotzdem nur jedem empfehlen sich zu „trauen“, falls er sich nicht sicher ist, aber doch irgendwie wünscht. Du bist ja nicht in der totalen Abgeschiedenheit oder Wildnis, schlimmstenfalls schickst du alles per Post heim und gehst deinen Weg halt normal weiter, also von Herberge zu Herberge.

Ein Video vom Aufbau des Zelts, das Reinhard nutzt, findest du hier:

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=LdrhffkXlGQ&w=640&h=360]

–> Hier kannst du das Wechsel Pathfinder ZG bestellen.

Pathfinder Test


Empfehlung Nr.2: MSR Nook 2015

MSR Produktfoto

Das MSR Nook 2015 liegt in einer ähnlichen Preisklasse, ist aber mit 1,47 Kg noch mal ein paar Hundert Gramm leichter als das oben getestete Wechsel Pathfinder ZG. Das reine Zeltgewicht, ohne Packsäcke, indem du z.B. das Ganze mit Gummis festmachst für unterwegs, beträgt sogar nur 1,27 Kg! Das ist echt ein megaguter Wert.

Für laue Sommernächte auf dem Camino lässt sich das MSR Nook 2015 als Tarp ohne Innenzelt aufstellen. Weitere Vorteile sind, dass es mithilfe eines Trekkingstocks und entsprechenden Adapters freistehend aufstellbar ist. Mein Bloggerkollege Alex von bergreif ist Fan des MSR Nook 2015 und beschreibt das Zelt in seinem Test als die „momentan beste Kombination aus Leichtgewicht und Komfort“.

–> Hier kannst du das MSR Nook 2015 bestellen.

MSR Nook Test


Empfehlung Nr.3: Outdoorer Zelt Trek Santiago

Outdoorer Produktfoto

Wenn du bereit bist, bei der Qualität und Haltbarkeit des Zelts etwas Abstriche zu machen, und dafür deinen Geldbeutel zu schonen, könnte das Outdoorer Zelt Trek Santiago eine Lösung für dich sein. Nicht nur, dass das 1-Mann-Zelt mit 1,2 Kg ohne Verpackung extrem leicht daherkommt; es ist zudem mit gerade mal ca. 60 Euro spottbillig für ein durchaus gutes Zelt.

jakobsweg-zelten-santiago-cut

Vor allem, wenn du alleine auf dem Camino unterwegs bist und vielleicht noch nicht sicher, ob du in Zukunft häufiger mit Zelt reisen möchtest, kann das Outdoorer Zelt Trek Santiago ein guter Einstieg ins Zelten sein. Für diesen Preis kannst du jedenfalls nicht viel falsch machen und hast zudem kein qualitativ billiges Zelt. Dass im Modelnamen „Santiago“ vorkommt, ist noch eine witzige Anekdote dazu… 🙂

–> Hier kannst du das Outdoorer Zelt Trek Santiago bestellen.

Outdoorer


Nicht vergessen: Isomatte

Isomatte 1

Vor deinem Aufbruch solltest du – sofern du zeltend pilgern gehst – nicht vergessen, eine Isomatte mitzunehmen. Mein Pilgerfreund Reinhard, der 3.000 Kilometer mit dem Zelt unterwegs war, empfiehlt mindestens 5 cm Dicke bei der Isomatte zu wählen. Das ist wichtig, um dich warm zu halten und gut liegen zu können.

Isomatte 2Ein absoluter Knaller ist die Therm-A-Rest NeoAir XLite-Luftmatratze: Ihr Gewicht beträgt in der kleinsten Größe S nur unschlagbare 230 Gramm! Auch die Regular Version mit 320 Gramm ist noch leicht. Preislich liegt die Luftmatratze bei ca. 150 Euro, was nicht wenig ist. Bedenkt man allerdings, dass beim Pilgern jedes Gramm zählt, so könnte die Wahl dennoch auf die Therm-A-Rest NeoAir XLite fallen. Denn neben dem absoluten Leichtgewicht überzeugt diese auch qualitativ.

–> Hier kannst du die Therm-A-Rest NeoAir XLite bestellen.

 

Du hast Zelt, Isomatte, ggf. ein aufblasbares Kopfkissen und den Rest der Packliste zusammen? Super, dann kann es ja losgehen! 🙂

Wenn du eines der oben vorgestellten Produkte kaufst, erhalte ich eine kleine Provision dafür. Du unterstützt damit also direkt diesen Blog und zahlst natürlich keinen Cent mehr. Ich empfehle nur Produkte, wo ich oder zuverlässige Pilgerfreunde von mir auch wirklich hinterstehen.

Foto: ©Fotolia denis_333

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0 Kommentare.

  1. Nimm doch einen Biwaksack plus ein leichtes Tarp. Da bleibst du gewichtsmässig vermutlich noch etwas unter einem Zelt (kommt sehr auf die verwendeten Produkte an) und hast bei Regen doch etwas mehr Schutz. Da du eh eine Isomatte brauchst, könntest du einen Quilt oder sogar eine Decke verwenden. Dabei kommst du leichter weg als mit einem Schlafsack. Zum Beispiel eine von As Tucas mit Climashield Apex als Isolation. Daune wäre noch leichter.

  2. Guten Abend!
    hat jemand schon Erfahrungen gemacht mit einem 1 Personen-Zelt im Handgepäck bei der Kontrolle am Flughafen?
    Vorraussetzung natürlich ist, Gewicht und Gepäckgrösse bei der jeweiligen Airline eingehalten wird!
    Vielen Dank im Voraus!

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