Jakobsweg Portugal: Von Porto nach Santiago pilgern

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Jakobsweg Portugal

Zuletzt aktualisiert: Mai 2022

Pilgern kann man nicht nur in Spanien: Auch durch Portugal ziehen sich Pilgerwege: Der Jakobsweg in Portugal ist inzwischen sogar der zweitbeliebteste aller Jakobswege überhaupt (Stand 2022).

Ich habe auf camino-portugues.de eine Extra-Seite speziell für den portugiesischen Jakobsweg eingerichtet, mit vielen Infos und Tipps.

Unser Vorbereitungs-eBook

Camino Portugues für Anfänger unser eBookWenn du überlegst, den Jakobsweg ab Porto zu gehen, lege ich dir das eBook „Camino Portugues für Anfänger“ ans Herz.

Dieses eBook ist speziell zur Planung und Vorbereitung für den portugiesischen Jakobsweg geschrieben, basierend auf den Erfahrungen von meinem Pilgerkumpel Dominik und mir.

Wir gehen darin übrigens auch auf den zuletzt stark gefragten Küstenweg des Jakobsweg in Portugal ein (auch „Caminho Portugues de la Costa“ genannt).

Lies dazu auch unseren Erfahrungsbericht vom Küstenweg in Portugal.

Aktuelle Lage auf dem portugiesischen Jakobsweg

Wie sieht die aktuelle Lage mit Corona und der Einreise auf dem Jakobsweg in Portugal aus? Für aktuelle Informationen schaue bitte auf den Webseiten des Auswärtigen Amts für Portugal nach oder in diesem Artikel.

Überblick zum Jakobsweg durch Portugal:

JakobswegCamino Portugues
Alternative BezeichnungPortugiesischer Jakobsweg, Caminho Portugues, Camino Portugues de la Costa
LandPortugal, Spanien
Länge 240 Km
Benötigte Zeit2 Wochen
Anzahl Etappenca. 12
EtappenlängenVariabel 10-30 km
HerbergsdichteGut bis sehr gut
StartpunktPorto
ZielSantiago de Compostela
WegprofilWeitestgehend flach
BesonderheitIdeal für Einsteiger, wenig Zeit benötigt
Beste ReisezeitFrühjahr bis Herbst
PilgeraufkommenMittel, im Sommer hoch
Gesprochene SprachenPortugiesisch, Spanisch, teilweise Englisch

So beginnst du mit der Planung:

Von Porto nach Santiago de Compostela

Der portugiesische Jakobsweg wird auch Camino Portugues (oder Caminho Português) genannt. Die klassische Route führt von Porto über die Grenze nach Santiago de Compostela in Spanien.

Es ist ein vergleichsweise „kurzer“ Fernwanderweg: Denn was die Jakobsweg-Länge angeht, ist der Jakobsweg durch Portugal deutlich kürzer als die meisten anderen Pilgerwege.

Mit lediglich rund 250 Km Länge und einem leichten Profil ist er ideal für viele:

  • für Menschen mit wenig Zeit (am Stück)
  • für Pilger-Anfänger
  • für alle, die einen vorwiegend flachen Weg suchen
  • für Liebhaber des Meeres
  • für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen keine Mammuttour zumuten können und wollen (es gibt auch die Möglichkeit, das Gepäck transportieren zu lassen und die Unterkünfte vorbuchen zu lassen über spezielle Anbieter)

Portugiesischer Jakobsweg

Der portugiesische Jakobsweg ist nicht lang

Die Pilgerstatistiken belegen, dass der portugiesische Jakobsweg im Trend liegt: Vor wenigen Jahren liefen ihn noch „nur“ ca. 15% der Pilger (siehe meine damit nun etwas veraltete Grafik unten).

Dagegen sind es im letzten Jahr bereits 28% gewesen, die sich für diesen Wanderweg entschieden haben. Das ist nahezu eine Doppelung!

Der Jakobsweg in Portugal hat einen Küstenweg

Enormen Anteil daran hat auch der vor wenigen Jahren „hergerichtete“ und nun gut infrastrukturierte Küstenweg des portugiesischen Jakobswegs. Dies ist eine Alternativ-Route, die der Pilger statt der reinen Inlandsroute wählen kann.

Sie beginnt ebenfalls in Porto und ist ähnlich lang. Später vereinen sich beide Routen wieder und laufen gemeinsam nach weiter bis nach Santiago de Compostela.

Über den Camino Portugues de la Costa erreichten im Jahr 2019 ganze 22.000 Menschen das Ziel in Santiago, fast doppelt so viel wie noch im Vorjahr (13.000). Aber auch die „klassische“ reine Inlandsroute des Wegs ist weiterhin sehr beliebt.

Dies ist ein Foto von einem Steg auf dem Pilgerweg Camino Portugues

Warum Pilger diesen Weg schätzen

Viele Pilger schwärmen in ihren Erzählungen und Erfahrungsberichten von ihrem Jakobsweg-Erlebnis, dem guten Essen, dem oft freundlichen Wetter in Portugal und den herzlichen Menschen.

Vermutlich wird der Jakobsweg in Portugal 2021 und in den Jahren darauf auch noch an Beliebtheit gewinnen, ohne dass er jedoch zu überlaufen ist (mal abgesehen vom Hochsommer vielleicht, wo es durchaus voll werden kann, was du mit einplanen und ggf. auf Hotels ausweichen solltest), wie man es dem populären Camino Francés nachsagt.

Ich selbst bin 2014 auf dem portugiesischen Jakobsweg unterwegs gewesen. Und einen Küstenweg gibt es in Portugal – ähnlich wie beim nordspanischen Camino del Norte – übrigens auch, falls dich das Meer reizt. 🙂 In den letzten Jahren wurde sogar die Infrastruktur auf dem Küstenabschnitt noch weiter verbessert, sprich: Wegmarkierungen und Unterkünfte in größerer Dichte und Ausstattung (ein Schlafsack ist trotzdem ratsam, alleine aus Hygiene-Gründen).

Buchempfehlung zum Jakobsweg in Portugal:

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Wie kommt es denn eigentlich, dass der Jakobsweg in Portugal der zweitbeliebteste überhaupt nach dem Camino Francés ist?

7 Gründe für die Beliebtheit des Weges:

  1. Mit 250 Km Länge ist der Jakobsweg in Portugal übersichtlich. Und damit auch interessant für Menschen, die zum ersten Mal pilgern gehen oder wenig Zeit haben. Denn in 14 Tagen kannst du den ganzen Weg schaffen inklusive An- und Abreise.
  2. Hinweis: Die 250 Km beziehen sich auf den „kleinen Jakobsweg“ in Portugal von Porto bis Santiago. Es gibt auch den „großen“, der bereits vieeel weiter südlich in Lissabon beginnt.
  3. Der Jakobsweg in Portugal ist relativ leicht zu gehen vom Wegprofil. Wenige Steigungen und kein Vergleich etwa mit dem Camino del Norte in Nordspanien. Wer zum ersten Mal pilgern geht und sich (noch) nicht auf den Camino del Norte traut, den lockt dies vielleicht auch. Besonders, da der Trekking-Rucksack ohnehin schon schwerer ist, als bei Tagestouren vor deiner Haustüre, könnte dir ein mildes Wegprofil als Anfänger den Einstieg ins Pilgern erleichtern.
  4. Wie bereits verraten, führt auch der Jakobsweg in Portugal – zumindest je nach gewählter Route – am Meer entlang und hat einen Küstenweg-Abschnitt. Ein großes Plus für viele Menschen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann. 🙂
  5. Das Leben und somit auch das Pilgern in Portugal ist günstig. Für ein Euro im Café einen Kaffee zu bekommen ist dort keine Seltenheit und kommt natürlich vielen Geldbörsen entgegen, die ohnehin schon seufzen in unserer teuren Zeit..
  6. Porto, der Startpunkt, ist eine sehenswerte Stadt. Ich kann dir – bei genügend Zeit – nur ans Herz legen, vor dem Start deiner Pilgerreise mindestens einen Tag in Porto einzuplanen, Sehenswürdigkeiten anzuschauen und eine Stadttour zu machen (Tickets für beliebte Touren gibt es bereits vorab hier zu sichern)
  7. Die Menschen in Portugal sind sehr gastfreundlich und herzlich. Zumindest war das meine Erfahrung während meiner zwei Wochen auf dem Jakobsweg in Portugal.

Es gibt sicher noch mehr gute Gründe für den Jakobsweg in Portugal, doch das waren vielleicht die wichtigsten  🙂

Der portugiesische Jakobsweg auf der Karte

Video-Eindrücke vom Camino Portugues

Willst du mehr Infos?

Möchtest du mehr Informationen zum Jakobsweg in Portugal haben und mehr von meinen Erfahrungen dort lesen?

Dann schau mal hier: Ich habe auf www.camino-portugues.de eine Extra-Seite speziell für den portugiesischen Jakobsweg eingerichtet.

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162 Gedanken zu „Jakobsweg Portugal: Von Porto nach Santiago pilgern“

  1. Es ist gewachsen.
    Mein Wunsch den Weg zu gehen.
    Ich habe auch große Angst das auf dem Weg mich meine Gefühle erdrückend.
    Ich habe wirklich Angst davor mich dieser zu stellen

    Antworten
  2. Hallo Christoph und team, Danke für eure Informationen auf diesen Webseiten zum portugiesischen Jakobsweg. Bin im Mai 2022 den Küstenweg via A Guarda/Vigo gelaufen. Ausser Schnee bescherte uns der Himmel Wasser in jeder Konsistenz aber es gab auch sonnige, sehr heisse und sehr stürmische Tage. Es waren sehr viele Pilger unterwegs doch trotzdem erwischte ich, ohne Reservation, immer noch ein freies Bett in den Herbergen. Das lag vermutlich auch daran, dass ich immer sehr früh morgens losgelaufen bin. Das hatte auch den Vorteil, dass ich jeweils schon um die Mittagszeit am Etappenziel ankam und mir die jeweilige Stadt, die Sehenswürdigkeiten in aller Ruhe anschauen konnte. Ich schreibe hier, weil ich euch noch einen kleinen Tipp mitgeben möchte. Sehr viele, zumindest ALLE Pilger, welche ich unterwegs angetroffen hatte, hatten keine Kenntnis davon, dass die Stadt Padrón, welche jeder Pilger auf dem portugiesischen Camino passieren wird, jedem Pilger welcher darum bittet eine Zertifikat, eine credencial, ausstellt. Die sog. Pedronia. Erhältlich ist sie auf Verlangen in der öffentlichen Herberge von Padrón oder direkt beim städtischen Amt. Voraussetzung zum Erhalt der Pedronia ist lediglich der Stempel aus der Kirche in Padrón. Mit herzlichem „Bom caminho“.

    Antworten
    • Hallo Edi, bin ein bloody beginner 😉 und habe keine Ahnung, wofür die Pedronia gut ist. Kannst du mich bitte aufklären? Vielen Dank! Werde in Kürze von Porto aufbrechen und dann, zunächst an der Küste, gen Norden wandern. Gruß, Doro

      Antworten
      • Hallo Doro, die Pedronia ist der Pilgernachweis in Padrón ähnlich wie die Compostela in Santiago, die Fisterrana in Finisterre oder die Muxiana in Muxia. Im Jahr 2010 begann der Gemeinderat der Stadt Padrón mit der Verleihung eines eigenen Diploms namens „Pedronía“, um die Ankunft der sterblichen Überreste des Apostels Jacobus in der Gegend von Padrón und Iria Flavia hervorzuheben. Es ist auch eine Art, die mittelalterliche Tradition fortzusetzen, nach der Pilger, nachdem sie das Grab des Apostels in Santiago de Compostela besucht hatten, weiter nach Padrón wanderten, um die heilige Stätte, an der sein Leichnam an Land gebracht wurde, die heiligen Reliquien in der Kirche von Santiago de Padrón, das Kloster Herbón, die Santiaguiño do Monte und den Fonte do Carme zu besuchen. Wofür diese Dokumente gut sind entscheidet Jede/r für sich selbst, ein Nachweis für die Pilgerreise, eine Erinnerung, ein Souvenir oder einfach ein Stück Papier .. je nachdem. Wünsche Dir einen „Guten Weg“.

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  3. Ein Freund und ich haben unseren Weg am 16.April in Porto gestartet, waren am 27.April in Santiago, dann ging es weiter bis zum Kap Finisterre, wo wir am 01.Mai angekommen sind. Dann nochmal zwei Tage bis nach Muxia. Ankunft 03.Mai. Mit dem Bus zurück nach Santiago. Ein Tag Entspannung in Santiago und dann wieder nach Hause.
    Übernachtung in den Pilgerherbergen. An drei Tagen kurze, leichte Regenschauer, aber nicht der Rede wert.
    Es war unser erster Weg. Wir sind von Porto zunächst an der Küste lang, haben dann in Vila de Conde auf den Inlandweg gewechselt.
    Herrliche Landschaft bei schönem Wanderwetter. Der Weg ist für Anfänger wirklich zu empfehlen.
    Es war noch „Vorsaison“, daher waren die Unterkünfte nie voll belegt, so dass wir uns unser Bett meistens selbst aussuchen konnten. Wir haben viele nette Leute, aus vielen verschiedenen Ländern getroffen, was für gute Unterhaltung in den Herbergen sorgte.
    Ich würde es wieder tun.

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