Wo fängt der Jakobsweg an?

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Wo fängt der Jakobsweg an? Sorry, aber diese Frage ist so nicht korrekt … 🙂 es gibt nämlich nicht DEN Jakobsweg, sondern ein ganzes Netz von Jakobswegen, das sich über Europa spannt. Am populärsten sind die Pilgerwege, die sich durch Spanien ziehen, daher findest du sie hier auch in der Karte.

Karte aller Jakobswege und Startorte

Zunächst muss ich dich also fragen, welchen der vielen Jakobswege du meinst. Wenn du mit der Frage ,wo fängt der Jakobsweg an?‘ den bekanntesten Weg meinst, dann ist das der Camino Francés.

Bekannt ist dieser Weg nicht zuletzt dadurch, dass Hape Kerkeling „dann mal weg“ war und eben jenen Weg gegangen ist. Rund 70 % aller Pilger nehmen übrigens die Route des Camino Francés.

Okay, wo fängt dieser Jakobsweg also an? Auch das ist natürlich individuell unterschiedlich und abhängig davon, wo du startest. Es gibt einerseits Menschen, die von ihrer Haustür aus losgehen und mitunter bald 3.000 Kilometer wandern, ehe sie Santiago de Compostela erreichen.

Und es gibt ebenso Menschen, die nur die letzten 100 Kilometer des Jakobswegs absolvieren (dies reicht nämlich übrigens, um die Pilgerurkunde zu erhalten, die sogenannte Compostela).


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Der Camino Frances fängt in St Jean Pied de Port an

Der Camino Frances fängt in St Jean Pied de Port an.

Wenn es so etwas wie einen offiziellen Startpunkt für den Camino Francés gibt, dann könnte man sagen: Dieser Jakobsweg fängt in St. Jean Pied de Port an. Wo ist das? Dies ist ein kleiner Ort am Fuße der Pyrenäen, nahe der französich-spanischen Grenze.

Hier endet der aus Frankreich kommende Jakobsweg Via Podiensis und heißt fortan bald Camino Frances.

St. Jean Pied de Port ist der populärste Startpunkt, denn von hier aus starten die meisten ihre lange Reise auf dem magischen alten Weg Richtung Santiago. Von daher kann man guten Gewissens sagen, dass der Camino Frances in St. Jean Pied de Port anfängt.

Von hier aus sind es 800 Kilometer bis zur Kathedrale in Santiago, dem offiziellen Ziel der Reise.

Allerdings: Wer hier beginnt, hat sofort die heftigste Etappe des Camino Francés vor sich – die Pyrenäenüberquerung. Bei schlechtem Wetter sowie in der kalten Jahreszeit wird übrigens dringendst von dieser Etappe abgeraten.

In solchen Fällen oder auch so kann man als Alternative in Roncesvalles einsteigen, das ist 27 Kilometer dahinter. Ein weiterer beliebter Startpunkt für den Camino Francés ist Leon.

Hier fängt der bekannteste Jakobsweg an

Hier fängt der bekannteste Jakobsweg an.

Wo fängt der Jakobsweg noch an? Auch wenn mehr als 2/3 aller Pilger die Route des Camino Francés nehmen, so gibt es dennoch noch einige andere, ebenfalls bekannte Jakobswege.

  • An zweiter Stelle der Beliebtheit kommt der Jakobsweg in Portugal (unser Buch dazu hier) mit ca. 13 % Pilgeranteil. Jener Jakobsweg fängt offiziell in Porto an und läuft über 240 Kilometer gen Norden nach Santiago (die Strecke von Lissabon aus ist von der Infrastruktur noch nicht so gut erschlossen).
  • Es folgt der Küstenweg, auch Camino del Norte oder Camino de la Costa genannt. Jenem – wie ich finde – besonders schönen Weg ist ein großer Teil dieses Blogs und ein eigenes Buch gewidmet. Dieser Jakobsweg fängt offiziell in Irun an, nahe der französischen Grenze, und hat eine Länge von 850 Kilometern.
  • An vierter Stelle, was die Zahl der Pilger angeht, kommt dann die Via de la Plata. Dieser Jakobsweg fängt in Sevilla an und läuft damit also von weit unten im Süden Spaniens auf 1000 Kilometern herauf nach Santiago de Compostela.
  • Zuletzt sei noch der fünftbeliebteste Jakobsweg genannt, der Camino Primitivo. Dieser ursprünglichste und körperlich herausforderndste (trotz „nur“ gut 300 Km) aller Wege beginnt in Oviedo. Einige Pilger gehen übrigens den Küstenweg bis Gijon und biegen dann auf den nahebei beginnenden Camino Primitivo ab.
In Porto an der Kathedrale beginnt der portugiesische Jakobsweg

In Porto an der Kathedrale beginnt der portugiesische Jakobsweg.

Neben diesen fünf meist begangenen Jakobswegen gibt es aber wie gesagt auch noch zig andere in Europa. Wie du siehst, lässt sich die Frage ,wo fängt der Jakobsweg an?‘ nur beantworten, wenn du dir einen der Wege aussuchst.

Und selbst dann: Wie die schier endlos laufende Tabelle zum Pilgerstart zeigt, gibt es viele Orte, wo Pilger in den Jakobsweg einsteigen.

Die häufigsten sind oben genannt und damit sei dir nun die Entscheidung überlassen, wo dein persönlicher Jakobsweg beginnen soll. Der Artikel zur Jakobsweg Länge & Dauer kann dir bei der Berechnung deiner Pilgerreise helfen.

Vor dem Start solltest du übrigens noch den Pilgerausweis beantragen. Tipps, um das Massenpilgern zu vermeiden, findest du in meinem eBook. Wenn du dann auch die passende Ausrüstung und die ideale Kreditkarte fürs Reisen hast, sowie ein wenig Spanisch für den Jakobsweg gelernt hast, heißt es endlich: Buen Camino!

(Falls du die Vorbereitung nicht alleine schaffst oder dich noch Fragen oder Ängste quälen, kannst du von meiner Erfahrung profitieren).

PS: Weitere interessante Statistiken zum Jakobsweg findest du übrigens hier und hier.

Und, wo beginnt dein persönlicher Jakobsweg?

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Und nun: Buen Camino!

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23 Kommentare.

  1. Pingback: Ein wenig Statistik aus 2014 | Mit dem Fahrrad von Allensbach nach Santiago di Compostela und an das Ende der Welt

  2. Hallo Christoph,
    ich finde deine Seite ganz toll 🙂
    Ich würde gerne im Februar den Jakobsweg Pilgern. Was denkst du welcher ist für diese Jahreszeit am besten geeignet?
    Lieben Gruß 🙂

    • Hi Laura, das ist Geschmackssache 🙂
      Der Francés ist möglich, der Küstenweg (Camino del Norte) mit Einschränkungen auch. Die Via de la Plata eignet sich besonders im Winter. Schau auch mal im Menü oben unter Jakobsweg im Porträt oder in meinem eBook nach.
      Lg Christoph

  3. Hallo Christoph,
    Habe leider erst jetzt Deine Seite entdeckt.
    Habe mich entschlossen vom 1.3.-14.3. von Tui oder Valenca zu pilgern. Habe mir das aus einem Handbuch so rausgelesen. (Flug nach Santiago, Zug nach Tui) Ich bin allein, ( seit kurzem verwitwet) 69 Jh. und eigentlich kein geübter Pilger. Mute ich mir zuvielzu oder ist das zu schaffen.
    Deine Meinung würde mich interessieren.
    Mit freundlichem Gruß aus Zwickau/Sachsen
    Hans.

    • Lieber Hans,
      ich habe beim Stöbern durch Christophs tollen Blog Deine Frage gesehen und wollte Dir darauf antworten (ich bin mir sicher, dass Christoph nichts dagegen hat?). Ich habe leider nicht so viel Pilgererfahrungen wie Christoph, aber vielleicht kann ich Dir ja auch etwas Mut machen.
      Ob Du Dir zu viel zumutest oder nicht, hängt natürlich in erster Linie von Deinem allgemeinen gesundheitlichen Zustand ab und nicht von Deinen 69 Jahren. Ich war letztes Jahr auf dem Camino Frances unterwegs und habe 70- und 80-jährige Pilger/innen kennengelernt. Obwohl sie keine besonders versierten Wanderer waren, haben sie den Weg mit einem bewundernswerten Enthusiasmus und Zuversicht gemeistert, tagein, tagaus, Schritt für Schritt. Der Trick ist auf seinen Körper zu hören. Den Weg auf kleinere Tagesetappen aufteilen, lieber eine Pause zu viel als zu wenig machen, Wanderstöcke als Unterstützung dabei haben (!), essen und (seeeehr viel) trinken nicht vergessen, zwischendurch vielleicht mal ein oder zwei Tage in einem ruhigen Dörfchen verbringen (wann hat man schon daheim die Gelegenheit die Siesta im Schatten zu genießen?), vielleicht mal den Rucksack zur nächsten Herberge schicken. Und nicht vergessen seine üblichen Medikament einzunehmen (falls man welche auf regelmäßiger Basis zu sich nehmen muss). Man muss gut zu sich selbst sein, liebevoll, so als ob es sich um einen geliebten Menschen handeln würde. Dann kommt man auch ans Ziel. Die Strecke ist traumhaft schön, ein Par Hügel und viel Ebene, warmes und feuchtes Klima, mit etwas über 100 Kilometern ist es auch nicht zu weit, gerade für unerfahrene Wanderer sehr geeignet. Ich drücke Dir ganz, ganz fest die Daumen und wünsche Dir einen buen camino,
      Peregrina

      • Liebe Peregrina,

        danke für Deinen Kommentar.
        Ich habe mich sehr darüber gefreut und mir auch viel gegeben.
        DANKE nochmal.
        Liebe Grüsse
        Hans

  4. Ich bin vor fünf Jahren von meiner Haustür im Osten Österreichs aufgebrochen und in einem Stück nach Santiago gegangen. War eine der besten Erfahrungen meines Lebens! 🙂

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