Aufatmen! Jakobswege öffnen wieder zum 1. Juli 2020

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Jakobsweg öffnet wieder im Juli 2020

Endlich wieder gute Nachrichten für alle Wanderbegeisterten und PilgerInnen: Die Jakobswege öffnen wieder und das Pilgern wird (mit Einschränkungen) wieder möglich! Alles Wichtige zum Status quo, Stand jetzt, Mitte/Ende Juni (spätere Änderungen möglich), findest du in diesem Artikel.

**Update Mitte August 2020: Aktuelle Zahlen aus dem Pilgerbüro zeigen laut diesem Artikel, wir ruhig es derzeit auf dem Jakobsweg ist. Nur rund 1/5 der üblicherweise im Juli erwarteten Pilgerströme erreichten dieses Jahr Santiago de Compostela. Nach wie vor ist die Lage in Spanien in einigen Regionen ernst, viele Herbergen sind geschlossen, einige geöffnet, und mancher Flug wird – teilweise kurzfristig – storniert seitens der Airline. Wer jetzt pilgern geht, muss zum Improvisieren bereit sein. Ich würde dazu raten, derzeit auf heimischen deutschen Pilgerwegen zu wandern und den Jakobsweg zu gehen, sobald die Situation stabiler ist. Aber letztlich muss das jeder selbst entscheiden.**

**Update Anfang August 2020: Leider verschlechtert sich die Situation teilweise wieder in Spanien. Es gibt Reisewarnungen für einzelne Regionen. Bitte überlegt genau, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für euch ist. Und bitte verfolgt die täglichen Nachrichten, um auf dem neuesten Land zu bleiben.**

Tatsächlich also doch früher als gedacht wird es eine Teil-Rückkehr zur Normalität geben – auch auf den Jakobswegen in Spanien und Portugal. Nachdem der weltweite Shutdown in Folge der Corona-Krise auch den Jakobsweg für Wochen komplett lahmgelegt hatte (ich berichtete), gibt es wieder Bewegung. Ich habe alle wichtigen News für euch gesammelt und zusammengetragen:

Endlich ist der Jakobsweg wieder freigegeben

Endlich ist der Jakobsweg wieder freigegeben.

  • Die Jakobswege in Spanien öffnen ab 1. Juli wieder für internationale PilgerInnen. Bereits jetzt dürfen PilgerInnen aus dem Inland (also Spanier) wieder die Routen nach Santiago de Compostela gehen. PilgerInnen aus anderen Ländern (auch Deutschland) dürfen ab 1. Juli folgen.
  • In Portugal lässt es sich bereits jetzt wieder pilgern ab Porto, auch als internationaler bzw. deutscher Pilger. Zu beachten ist: Der Camino Portugues führt auf seiner Route bei der Stadt Tui über die spanische Grenze und verläuft einige Tage bzw. ca. halb über spanischem Boden. Dieser Abschnitt ist – soweit ich weiß – erst ab 1. Juli frei.
  • Galizien hat als erste Region in Spanien den Schritt gewagt, aus dem Alarmzustand herauszutreten und in den Zustand der „neuen Normalität“ zu gehen, wie das Spanien-Reisemagazin berichtet. Das freut vor allem auch die vielen vom Tourismus lebenden Menschen im Norden Spaniens. Auch das Ziel des Jakobswegs, Santiago de Compostela, liegt im „Bundesland“ Galizien.
  • „Das Organisationskomitee von Xacobeo, an dem das Ministerium für Kultur und Tourismus, der Rat von Santiago und das Erzbistum teilnehmen, ist der Ansicht, dass die Bedingungen erfüllt sind, um die Sicherheit der Pilger und Pilger zu gewährleisten“, wie das spanische Medium La Voz de Galicia berichtet
  • Kathedrale in Santiago de Compostela und Pilgerbüro öffnen am 1. Juli
Herbergen auf dem Jakobsweg öffnen zum ersten Juli 2020 wieder mit Einschränkungen

Herbergen auf dem Jakobsweg öffnen zum ersten Juli 2020 wieder mit Einschränkungen.

  • Nicht alle Herbergen, aber 50% bis zu 2/3 aller Herbergen werden demnach wieder offen sein oder bald öffnen. Einige Herbergen machen erst später im Jahr auf, ein paar auch erst 2021.
  • In den Herbergen gelten natürlich vorerst besondere Bedingungen, es gibt Sicherheitskonzepte: Die Zahl der Betten ist reduziert, Hygiene-Maßnahmen spielen eine große Rolle, das betrifft auch die sanitären Anlagen. Ob und inwiefern die vielen Gemeinschaftsküchen in den Herbergen zur Verfügung stehen werden, wird man sehen müssen. Auch in wiefern das gewohnte, stark durch Gemeinschaft erzeugte, typische Pilger-Gefühl in den Herbergen unter diesen Bedingungen entstehen kann, bleibt abzuwarten.
  • Die Preise für die Übernachtung werden womöglich leicht steigen durch den Mehraufwand für die Herbergen, damit auch die Gesamt-Kosten für dich. Reservierungen sind derzeit ausnahmsweise gewünscht und gewollt. Kontaktloses Bezahlen wäre eine weitere (freiwillige) Sicherheitsmaßnahme, hier eignet sich eine Kreditkarte.
  • Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht in den Herbergen. Hier haben sich einige Pilger schöne Masken und Multifunktionstücher ausgedacht, die den Jakobsweg als Motiv haben oder Pilgerstempel,  und nicht so steril wirken.
Maskenpflicht bleibt auch auf dem Jakobsweg in bestimmten Situationen vorerst.

Maskenpflicht bleibt auch auf dem Jakobsweg in bestimmten Situationen vorerst.

  • Großer Dank geht an Raimund Joos, der fleißig herumtelefoniert hat und eine – so weit es geht – aktuelle Listen zu den geöffneten Herbergen auf den Jakobswegen zur Verfügung stellt bzw. gefunden hat (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
  • Ob es sich empfiehlt und eine gute Idee ist, genau jetzt Anfang Juli direkt nach der Wiedereröffnung schon los zu pilgern? Eine gute, schwierig zu beantwortende Frage. Ich denke, das muss jeder letztlich für sich selbst entscheiden.
    • Es gibt sicherlich gute Gründe dafür, es jetzt zu tun (einfach, weil es wieder erlaubt ist und die Umstände es wohl auch hergeben, viele Herbergen und Spanien auch nach den Einnahmen durch Pilger-Touristen „dursten“, und viele Pilger ebenso sehr danach „dursten“, wieder Natur, Bewegung und Begegnung zu erleben).
    • Es gibt aber sicherlich auch gute Gründe dafür, noch eine Weile zu warten, bis sich das alles eingespielt hat, und z.B. vorerst in der eigenen Region auf einem deutschen Jakobsweg oder Wanderweg zu laufen (einfach, weil das ganze ein Kaltstart ist und niemand weiß, ob die Sicherheitskonzepte gut genug sind, und das alles in der Praxis schon so gut funktioniert wie angedacht).
  • In jedem Fall sollten PilgerInnen, die sich bald auf den Weg machen, bemüht sein, eine möglichst offene Haltung mitzubringen und nicht zu erwarten, dass alles sofort reibungslos läuft und „wie immer“ ist. Respekt und Achtsamkeit wären hier wünschenswert, denn für alle war und ist dies nach wie vor eine außergewöhnliche Situation!
  • Ich freue mich über Erfahrungsberichte  und aktuelle Informationen zur Lage (gerne via Email oder Kommentar unter dem Artikel) von PilgerInnen, die das Abenteurer Jakobsweg jetzt wagen. Ich selbst freue mich über die Wiedereröffnung, werde aber wahrscheinlich noch ein bisschen warten.

Quellen & Lesetipps dazu:

Der Blick geht wieder nach vorne.


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7 Kommentare.

  1. Pingback: Coronavirus am Jakobsweg – bitte Pilgerreise verschieben!

  2. Hallo Christoph,

    ich wollte heuer ursprünglich den Weg von mir zuhause (Hohenems, Österreich, CH Grenze) bis Santiago machen. Hätte mir dafür 4 Monate Zeit genommen. Habe mich jetzt aber Ende Mai schon entschieden diesen Weg erst nächstes Jahr zu gehen, obwohl dann das heilige Jahr ist und sicher mega viel los sein wird. Stattdessen gehe ich ab 4.7. in die andere Richtung von der CH Grenze 880km quer durch Österreich bis zur ungar. Grenze. Habe 5 Wochen Urlaub und das sollte sich locker ausgehen. Ich sehe es als Testlauf für nächstes Jahr, da ich vorwiegend im Zelt schlafen werde. Auch wenn es jetzt in Spa doch möglich wäre, so glaube ich dass mir der Camino Spirit, die Offenheit, Herzlichkeit aufgrund Corona fehlen würde und es eben aktuell doch ganz anders wäre.

    In diesem Sinne saludos y buen camino

    • Hallo Guenter, tolle Vorhaben hast Du! Ich wollte auch ursprünglich vom Waldviertel die Donau und dann den Inn bis an die Quelle folgen. Hab das aber wieder verworfen, als ich die Strecke genauer betrachtete geht sie zumeist nicht am Fluss und die herbergen sind nicht Pilger gerechte Gasthöfe oder Pensionen, also teuer. Machte dann den Camino Francés von Frankreich aus, war eine tolle Erfahrung, auch im negativen Sinn durch die Vertouristung, naja, ist auch eine innere Aufgabe, genauso wie die Tonnen von Müll an der Strecke. Alles Gute für Dein Vorhaben (wo wirst Du übernachten?) Liebe Grüße von Werner

      • Hallo Werner, hast du entlang des ganzen Francés die „Vertouristung“ gespürt oder nur auf den letzten 100-200 Km? Viele Grüße, Christoph

    • Hallo Günter, das klingt beides sehr spannend, und ist vielleicht auch weise, es so zu planen und erst nächstes Jahr Spanien zu durchwandern. Buen Camino, Christoph

  3. Hallo! Also ich pilgere seit einer Woche von Porto nach Santiago und finde, es war die richtige Entscheidung. Da man keinen Menschen trifft, findet man sehr zu sich und hat viel Zeit, nachzudenken und die Landschaft zu genießen. Auf viele Einschränkungen muss man sich jedoch natürlich einstellen.

    • Hallo Franta, mutig jetzt pilgern zu gehen, aber schön, dass du einen guten Weg offenbar hattest! War die restliche Zeit auch positiv und ohne große Einschränkungen? Viele Grüße, Christoph

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