Jakobsweg-Zelten: Der ultimative Leitfaden plus Zelt-Empfehlungen

Ist das Jakobsweg-Zelten erlaubt? Worauf muss ich achten & welches Zelt ist sinnvoll? Der ultimative Guide für den Jakobsweg mit Zelt inkl. Zelt-Empfehlungen.

Inhaltsverzeichnis:

  1. 3 gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten
  2. 3 gute Gründe gegen das Jakobsweg-Zelten
  3. Ist das Jakobsweg-Zelten erlaubt?
  4. Warum Wild Campen auf dem Jakobsweg eigentlich verboten ist & es meistens trotzdem kein Problem ist
  5. 8 Regeln, die du beim Zelten auf dem Jakobsweg unbedingt beachten solltest
  6. 3 Empfehlungen für ein gutes Zelt
  7. Nicht vergessen: Isomatte

3 gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten

Der Jakobsweg ist ein Abenteuer und eine Naturerfahrung – und durch das Zelten kannst du diese Naturerfahrung noch verstärken. Gute Gründe für das Jakobsweg-Zelten sind:

  • Die Freiheit, die du beim Wandern durch die pure Natur erleben möchtest und erleben wirst; diese Freiheit wird noch größer, wenn du mit deinem Zelt oder einer Outdoor-Hängematte auf dem Jakobsweg in Spanien (z.B. am Küstenweg oder Camino Francés), Frankreich oder Deutschland unterwegs bist und unter freiem Himmel übernachtest. Näher an der Natur sein geht nicht.
  • Besonders zu Zeiten, wo der Jakobsweg sehr voll ist, was heutzutage leider häufiger vorkommt, kann das Jakobsweg-Zelten eine gute Idee sein. So bist du nämlich völlig unabhängig von den Herbergen und nicht darauf angewiesen, noch ein Bett zu bekommen. Auch wenn du zu den Menschen gehörst, die ungern mit Dutzenden anderen in einem Schlafsaal übernachten, kann das Campen auf dem Jakobsweg eine gute Alternative sein.
  • Ein weiterer Vorteil ist, dass du mit einem eigenen Zelt deine Etappen ganz frei gestalten kannst. Statt z.B. 20 Kilometer bis zur nächsten Herberge gehen zu MÜSSEN, kannst du nun dein Zelt fast jederzeit aufstellen und die Tagesdistanz auf diese Weise selbst wählen. Das kann besonders auf Jakobswegen mit oft langen Etappen wie der Via de la Plata hilfreich sein. Auf dem Camino Francés hast du damit kaum ein Problem.

Jakobsweg Zelten: Worauf du achten solltest

3 gute Gründe gegen das Jakobsweg-Zelten

Wollen wir uns fairerweise auch noch die Gegenseite anschauen. Was könnte gegen das Zelten auf dem Jakobsweg sprechen?

  • Deutlich mehr Gewicht
  • Beim Jakobsweg-Zelten hast du nicht immer eine frische Dusche
  • Unter Umständen weniger Komfort beim Schlafen

Ist das Jakobsweg-Zelten erlaubt?

Halten dich die Beeinträchtigungen nicht von der Idee ab und hast du trotzdem genügend gute Gründe für dich gefunden? Gut, doch wie sieht es eigentlich mit der rechtlichen Seite aus: Ist das Jakobsweg-Zelten offiziell erlaubt, und unter welchen Umständen?

Hier müssen wir erst einmal die 2 Arten des Zeltens unterscheiden:

  1. Das Zelten auf Campingplätzen am Jakobsweg und in Gärten vor Herbergen
  2. Das sogenannte Wild Campen in freier Natur

Das Zelten auf Campingplätzen und in Gärten von Herbergen ist natürlich kein Problem, wenn du dich anmeldest bzw. bei den Herbergen fragst. Anders sieht es da schon beim wilden Campen aus: Strenggenommen ist das Wild Campen vielerorts verboten.

Bei uns in Deutschland, aber auch in Spanien ist das Wild Campen gesetzlich verboten. In Frankreich und Portugal wird es gerade noch toleriert, während es in Teilen der Schweiz erlaubt ist. Dort gilt je nach Kanton das Jedermannsrecht, das jedem gewisse Grundrechte in der Natur zugesteht. Ähnlich ist es übrigens in Skandinavien. Die folgende tolle Grafik von kusafiri.at zeigt das Ganze  auf einer Karte.

Jakobsweg Zelten Wild Campen

Grafik: kusafiri.at

Die Gründe, warum das Wild Campen in Spanien und Deutschland beispielsweise strenggenommen verboten und in einigen anderen Ländern auch nur toleriert ist, sind klar:

  • Waldbrandgefahr
  • Verschmutzungsgefahr für Wälder und Natur
  • Tiere können gestört werden
  • Naturschutzgebiete können beeinträchtigt werden

Warum Wild Campen auf dem Jakobsweg eigentlich verboten ist & es meistens trotzdem kein Problem ist

Warum du dein Zelt trotzdem mit auf den Jakobsweg nehmen kannst? Abgesehen davon, dass du ja auch die offiziellen Campingplätze und Herbergs-Gärten nutzen kannst, stellt sich nämlich auch die Frage: In welchem Maße ist dieses Gesetz eigentlich gemeint? Denn es ist einleuchtend, dass ein umsichtiger einzelner Mensch, der respektvoll mit der Natur umgeht und wichtige Regeln beachtet, schwer mit einer Horde Dutzender wild campender Menschen zu vergleichen ist, die Natur und Tierwelt stören.

Daher hat sich auf dem Jakobsweg der Satz etabliert: Strenggenommen ist es verboten, dennoch ist es meist kein Problem, WENN du einige Dinge beachtest.

8 Regeln, die du beim Zelten auf dem Jakobsweg unbedingt beachten solltest:

  • Baue dein Zelt nicht in Naturschutzgebieten, auf Viehweiden oder Privatgrundstücken auf
  • Baue dein Zelt erst spät bei Sonnenuntergang auf und am nächsten Morgen vor Sonnenaufgang wieder ab
  • Mache kein Feuer
  • Hinterlasse alles sauber und mache keinen Müll
  • Störe keine Tiere
  • Sei leise
  • Frage ggf. um Erlaubnis, wenn ein Hof in der Nähe ist

Jakobsweg-Zelten: 3 Empfehlungen für ein gutes Zelt

Gut, du kennst also die Regeln und hast gute Gründe, den Jakobsweg mit dem Zelt zu bewandern. Lass uns nun zur praktischen Vorbereitung kommen mit der Frage: Welches Zelt ist denn unterwegs sinnvoll und worauf sollte ich beim Kauf achten?

Wortwörtlich das „schwerste“ Argument beim Thema Zelten ist das Zelt an sich. Und wenn du nicht vorhast, den Jakobsweg mit Fahrrad und Zelt zu bestreiten,  so musst du dein Zelt den ganzen Tag tragen über Hunderte von Kilometern Richtung Santiago. Daher sollten wir ein paar Minuten (oder Stunden) auf die Suche nach einem passenden Zelt für uns verwenden. Im Folgenden 3 Empfehlungen von mir und aus meinem engen Pilgerfreundeskreis.

Empfehlung Nr.1: Wechsel Pathfinder ZG

Reinhard1

Reinhard ist ein Pilgerfreund, der 2014 über 3.000 Km von München bis nach Santiago de Compostela gelaufen ist – mit Zelt. Ich habe mit ihm gesprochen:

1.Wie sah deine „Camp“-Ausrüstung aus? Was für ein Zelt hattest du, wie schwer?

Zusätzlich zu der „normalen“ Pilgerausrüstung hatte ich nur mein Ein-Mann-Zelt, Modell „Pathfinder“ von Wechsel, Gewicht ca. 1,7 kg. Zusätzlich eine Thermarest-Isomatte, ein ganz leichter Daunenschlafsack (500 Gramm) und ein aufblasbares Kopfkissen.

2.Wenn jemand auch vorhat, auf dem Jakobsweg zu zelten, worauf sollte er achten bei der Vorbereitung/Kauf des Zelts und unterwegs?

Beim Kauf der Ausrüstung kann ich nur raten, auf Qualität zu achten und falls man nicht so die Kenntnisse hat, sich im Fachhandel beraten zu lassen. Zwar sind Markenprodukte etwas teurer, aber das zahlt sich aus, zum einen am deutlich geringeren Gewicht, zum anderen wird das Equipment beim täglichen Gebrauch stark beansprucht, und einen kaputten Reißverschluss am Schlafsack oder Zelt oder eine undichte Isomatte bringen keine Freude.

Ein freistehendes Zelt kann ich nur empfehlen, damit hast Du völlige Freiheit, wo bzw. auf welchem Untergrund du dein Zelt aufstellst, da es keine Heringe benötigt.

3.Hast du noch einen wichtigen Tipp?

Ansonsten, wenn man keine großen Erfahrungen im Outdoorbereich, speziell mit dem Zelten hat, kann ich es trotzdem nur jedem empfehlen sich zu „trauen“, falls er sich nicht sicher ist, aber doch irgendwie wünscht. Du bist ja nicht in der totalen Abgeschiedenheit oder Wildnis, schlimmstenfalls schickst du alles per Post heim und gehst deinen Weg halt normal weiter, also von Herberge zu Herberge.

Ein Video vom Aufbau des Zelts, das Reinhard nutzt, findest du hier:

–> Hier kannst du das Wechsel Pathfinder ZG bestellen.

Pathfinder Test


Empfehlung Nr.2: MSR Nook 2015

MSR Produktfoto

Das MSR Nook 2015 liegt in einer ähnlichen Preisklasse, ist aber mit 1,47 Kg noch mal ein paar Hundert Gramm leichter als das oben getestete Wechsel Pathfinder ZG. Das reine Zeltgewicht, ohne Packsäcke, indem du z.B. das Ganze mit Gummis festmachst für unterwegs, beträgt sogar nur 1,27 Kg! Das ist echt ein megaguter Wert.

Für laue Sommernächte auf dem Camino lässt sich das MSR Nook 2015 als Tarp ohne Innenzelt aufstellen. Weitere Vorteile sind, dass es mithilfe eines Trekkingstocks und entsprechenden Adapters freistehend aufstellbar ist. Mein Bloggerkollege Alex von bergreif ist Fan des MSR Nook 2015 und beschreibt das Zelt in seinem Test als die „momentan beste Kombination aus Leichtgewicht und Komfort“.

–> Hier kannst du das MSR Nook 2015 bestellen.

MSR Nook Test


Empfehlung Nr.3: Outdoorer Zelt Trek Santiago

Outdoorer Produktfoto

Wenn du bereit bist, bei der Qualität und Haltbarkeit des Zelts etwas Abstriche zu machen, und dafür deinen Geldbeutel zu schonen, könnte das Outdoorer Zelt Trek Santiago eine Lösung für dich sein. Nicht nur, dass das 1-Mann-Zelt mit 1,2 Kg ohne Verpackung extrem leicht daherkommt; es ist zudem mit gerade mal ca. 60 Euro spottbillig für ein durchaus gutes Zelt.

jakobsweg-zelten-santiago-cut

Vor allem, wenn du alleine auf dem Camino unterwegs bist und vielleicht noch nicht sicher, ob du in Zukunft häufiger mit Zelt reisen möchtest, kann das Outdoorer Zelt Trek Santiago ein guter Einstieg ins Zelten sein. Für diesen Preis kannst du jedenfalls nicht viel falsch machen und hast zudem kein qualitativ billiges Zelt. Dass im Modelnamen „Santiago“ vorkommt, ist noch eine witzige Anekdote dazu… 🙂

–> Hier kannst du das Outdoorer Zelt Trek Santiago bestellen.

Outdoorer


Nicht vergessen: Isomatte

Isomatte 1

Vor deinem Aufbruch solltest du – sofern du zeltend pilgern gehst – nicht vergessen, eine Isomatte mitzunehmen. Mein Pilgerfreund Reinhard, der 3.000 Kilometer mit dem Zelt unterwegs war, empfiehlt mindestens 5 cm Dicke bei der Isomatte zu wählen. Das ist wichtig, um dich warm zu halten und gut liegen zu können.

Isomatte 2Ein absoluter Knaller ist die Therm-A-Rest NeoAir XLite-Luftmatratze: Ihr Gewicht beträgt in der kleinsten Größe S nur unschlagbare 230 Gramm! Auch die Regular Version mit 320 Gramm ist noch leicht. Preislich liegt die Luftmatratze bei ca. 150 Euro, was nicht wenig ist. Bedenkt man allerdings, dass beim Pilgern jedes Gramm zählt, so könnte die Wahl dennoch auf die Therm-A-Rest NeoAir XLite fallen. Denn neben dem absoluten Leichtgewicht überzeugt diese auch qualitativ.

–> Hier kannst du die Therm-A-Rest NeoAir XLite bestellen.

 

Du hast Zelt, Isomatte, ggf. ein aufblasbares Kopfkissen und den Rest der Packliste zusammen? Super, dann kann es ja losgehen! 🙂

Wenn du eines der oben vorgestellten Produkte kaufst, erhalte ich eine kleine Provision dafür. Du unterstützt damit also direkt diesen Blog und zahlst natürlich keinen Cent mehr. Ich empfehle nur Produkte, wo ich oder zuverlässige Pilgerfreunde von mir auch wirklich hinterstehen.

Foto: ©Fotolia denis_333

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22 Gedanken zu „Jakobsweg-Zelten: Der ultimative Leitfaden plus Zelt-Empfehlungen

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag. 🙂 Mich würden da Erfahrungen von Frauen die alleine unterwegs waren noch interessieren – vorallem was die Sicherheit angeht und ob das jemand schon mal in Deutschland (Bayern) gemacht hat.

    Vielen vielen 🙂

  2. Die Lage in der Schweiz ist wohl etwas komplizierter. Man kann nicht einfach in Ost und West unterteilen. Insbesondere im Tessin (das hier grün eingefärbt ist) ist das Wild-Campieren streng verboten und wird manchenorts streng kontrolliert.
    Zum Thema Zelt: Ich habe seit einigen Jahren ein Zelt von tarptent.com. Diese Zelte sind nochmals wesentlich leichter und von sehr guter Qualität. Ich war mit meinem auf über 2’500m ü.M. in den Alpen (Schweiz und Frankreich) unterwegs, erlebte dort auch Gewitter, bin drei Wochen damit durch Schottland gereist. Dies einfach als kleiner Tipp von meiner Seite. Es gibt diverse Modelle für unterschiedliche Vorlieben und Personenzahlen. Die Bestellung direkt beim Hersteller klappt problemlos. Und sonst gibt es sie meines Wissens auch (allerdings etwas teurer) bei sackundpack.de.

    • PS: Ergänzung zu den Zelten von tarptent.com. Einige der Modelle können mit Trekkingstöcken aufgebaut werden. Das spart zusätzlich Gewicht.

  3. Hallo 🙂 Danke für die ausführliche Antwort! Wie sieht es mit Kosten aus, wenn man im Garten einer Herberge mit Zelt übernachtet, aber zb dort duschen will? Bezahlt man dann den normalen Herbergenpreis oder gibt es da einen günstigeren Preis? Wie sieht es denn mit Duschmöglichkeiten aus, wenn man im Freien campt? Gibt es viele Flüsse? lg

    • Hallo Michelle

      Letzten Sommer war ich auf dem GR10 in den französischen Pyrenäen. Da haben einige der Wanderer auch mal neben einem Gîte (Wanderunterkunft) ihr Zelt aufgeschlagen, haben die Duschen benutzt und auch mit den „normalen“ Unterkunfts-Gästen gegessen. Ich bin ziemlich sicher, dass sie dafür einen reduzierten Preis bezahlt haben. Ich denke, man muss da am besten jeweils vor Ort fragen.

      Zumindest auf dem GR65 (einer der vier Jakobswege in Frankreich) gibt es manchmal die Möglichkeit, ein Zelt neben dem Gîte aufzubauen, aber nicht allzu häufig. In meiner Wahrnehmung war es eher die Ausnahme. Offizielle Zeltplätze liegen auch nicht allzu viele entlang dieses Jakobswegs, aber ein paar schöne gab es. Manchmal konnte man dort auch einen kleinen Wohnwagen mieten oder auch mal ein Bett in einer Jurte.

      Man kann aber auch mal bei einem Bauern fragen. Zudem gibt es in vielen Ortschaften ein Tourismusbüro (office de tourisme). Da kann man natürlich auch fragen. Einige Pilger schlafen auch unter dem Vordach von kleinen Kapellen oder sogar in Kirchen, aber auch da fragt man vielleicht besser, ob das in Ordnung ist.

      In Spanien habe ich mich nicht darauf geachtet, weil ich da im Dezember unterwegs war… Vielleicht wissen da andere mehr.

  4. Ich denke, wenn man mit Wanderstöcken unterwegs ist, ist ein leichtes Tarp eine gute Alternative zu einem Zelt. Ich nähe mir gerade ein 3x3m großes Tarp aus Silnylon, das am Ende wohl um die 650g wiegen wird. Es gibt eine Reihe von Aufbauvarianten von Tarps mit Wanderstöcken, die einem Zelt nicht nachstehen, insbesondere wenn man den eigenen Poncho noch mit verbaut. (Zum Beispiel als Tür)

    • Der grosse Vorteil eines Tarps ist die Gewichtsersparnis. Nutzt man ein Poncho-Tarp, so spart man sich unter Umständen sogar den Regenschutz. Was ein Tarp hingegen nicht bietet, ist der Mückenschutz respektive der Schutz vor Ungeziefer. Nimmt man das in Kauf, so ist ein Tarp aus meiner Sicht eine gute Lösung. Allenfalls sollte man es mit einer Bodenplane ergänzen, um bei Feuchtigkeit mit Matte und Schlafsack nicht direkt auf dem (nassen) Boden liegen zu müssen.

  5. Hey,

    vielen Dank für diesen informativen Artikel. Bisher war ich noch nicht auf dem Jakobsweg, aber ich habe es vor. Und vor allem die Option zu zelten finde ich interessant. Beeindruckend finde ich die winzige Luftmatratze am Ende des Artikels. Kaum zu glauben mit wie wenig Gepäck man inzwischen verreisen kann 🙂

    Gruß,
    Clara

  6. Hallo, ein sehr inspirierender Artikel. Welche Energiequelle würdest du für das Outdoor Kochen empfehlen. Möchte mir für den Küstenweg vielleicht noch einen Gaskocher zulegen, weiß aber nicht wie es mit der Beschafung von Schraubkartuschen aussieht.

    Grüße Markus

    • Hallo Markus, wenn du nur selten kochen möchtest, würde ich dir Alkohol empfehlen. Ein selbst gebauter Dosenkocher wiegt nur 5g bis 15g. Dazu brauchst du noch einen Windschutz (ca. 20g) und einen Topfständer (ca. 20g). Alkohol hat den Vorteil, dass er leicht erhältlich ist, beim Brennen keinen Lärm macht, die Behälter in verschiedenen Grössen erhältlich und zudem sehr leicht sind. Man kann auch genau sehen, wie viel Brennstoff noch im Gefäss vorhanden ist. Der Nachteil von Alkohol ist der geringere Brennwert. Mit einem effizienten System (z.B. einem Konussystem von TrailDesigns.com) kannst du aber einen grossen Teil davon wieder wettmachen.

      Es gibt aber inzwischen auch erstaunlich leichte Gaskocher. Der grösste Nachteil für mich ist, dass man nie sicher weiss, wie viel Brennstoff noch in der Kartusche ist. Man ist dann geneigt, immer noch eine Ersatzkartusche mit dabei zu haben. Diese sind aber doch recht schwer.

      Gruss, Michael

      PS: Ich bin nicht der Verfasser dieser Seite, sondern einfach ein Mitleser, der schon einige Fernwanderungen unternommen hat. Allerdings hatte ich auf den Jakobswegen noch nie einen Kocher mit. Gekocht habe ich eher auf mehrtägigen Wandertouren in den Alpen und in Schottland, dann aber immer mit Alkohol.

      • Hallo Michael, danke für die Info. Weißt du vielleicht welche Art von Kartusche ( Schraub, Ventil, Stech ) man auf dem Weg zu kaufen bekommt. Ich glaube, das mit dem Gas sagt mir mehr zu. Die Idee mit dem Kochen kam mir erst, nachdem ich beschlossen habe ein Zelt mitzunehmen. Man kann ja zum Glück die Sachen nach Hause schicken, für die man keine Verwedung mehr hat.

        Grüße Markus

      • Das Konussystem von TrailDisings find ich auch sehr durchdacht , gerade was Windschutz, Brennleistung, Verbauch und Stabilität angeht. Alles zuvor im Netz gefunden habe hat mich nicht wirklich überzeugt. Danke für den Tip. Werde wohl beide Systeme in der Praxis zuvor mal testen.

  7. Mit den Gaskartuschen kenne ich mich gar nicht aus, da ich noch nie selber damit gearbeitet habe.

    Ja, das mit dem Nachhauseschicken funktioniert einwandfrei. Übrigens klappt auch das Umgekehrte sehr gut: Man kann sich (an seinen Namen, Poste restante, Postamt, PLZ Ort, Land) auch sehr gut etwas zuschicken lassen. Einfach in etwa abschätzen, wo man in 5-10 Tagen sein wird und dort ans Postamt schicken lassen. Abholen mit der Identitätskarte, kostet nichts oder nur wenig. Wenn es noch ist wie 2014, bleibt das Paket zwei Wochen auf dem Postamt, bevor es wieder nach Hause geschickt wird.

  8. Ja, seit ich mit den Konussystemen arbeiten, kann ich endlich abschätzen, wie viel Alkohol ich auf einer Tour brauchen werde. Davor habe ich mit selbst gebauten Dosenkochern und Topfständern gearbeitet und einen Windschutz aus Aluminium verwendet. In den Bergen brauchte ich manchmal bis zu dreimal so viel Alkohol (und Zeit), um das Wasser zum Sieden zu bringen, wenn etwas mehr Wind gegangen ist. Mit einem Konussystem ist die benötigte Alkoholmenge viel besser abschätzbar, da es viel weniger windanfällig ist. Nur braucht man dafür einen Brenner mit geringerer Heizleistung und einer zentralen Flamme, sonst heizt man zu stark die Umgebung und zu wenig den Topfinhalt.

    Kochen mit Alkohol braucht etwas mehr Geduld, Gas erinnert eher ans Kochen zuhause: Man kann die Hitze wunderbar regulieren. Es hat beides sein Für und Wider.

  9. Hi zusammen, ich würde gern im August mit meiner Schwester den Küstenweg entlang wandern. Da wir Studenten sind, haben wir kein großes Budget und daher überlegen wir, zu zelten. Gibt es denn ein 2-Personen Zelt zu einem weniger stolzen Preis als die oben genannten? Lg

    • Auf Amazon gibt es zahlreiche deutlich günstigere Zelte. Ich kann keines empfehlen, das ich keines kenne. Oft gilt: Wer billig kauft, kauft zweimal. Für etwas mehr Geld würde ich eines von Tarptent.com empfehlen. Die gibt es auch in Deutschland bei greenline.de.com für einen recht anständigen Preis (trotz Port und Zoll aus den USA). Denkt einfach daran, dass das wilde Zelten in Spanien offiziell nicht erlaubt ist. Also das Ganze am besten mit der notwendigen Zurückhaltung angehen. LG

  10. Hallo ihr Lieben,
    hat bezüglich des Wildcampens jemand Erfahrungen auf der Strecke Lissabon – Porto gemacht?
    Ich bin vor vier Jahren mit Freunden den Camino Frances gelaufen und da haben wir nur 3-5 mal in Herbergen geschlafen und die restlichen Tage waren wir nur am wildcampen. Das mit dem Zelten war halt echt kein Problem und eine echt günstige Lösung… Selbst die spanische Polizei hat das sehr entspannt gesehen, als wir mal mitten im Park in Leon gezeltet haben,da wir so erschöpft an dem einen Tag waren,,.
    Wäre schön zu hören, wie es in Portugal so ist.. speziell der Abschnitt Lissabon-Porto, da dieser ja herbergentechnisch nicht sooo… super „ausgestattet“ sein soll….

    Liebe Grüße,
    Anastasia

    • Es gibt kaum einen Flecken Erde der nicht privat ist,darum immer im nahe gelegensten Haus fragen, ob man da zelten darf. Wenn es sich um Bauern handelt, wird es eigentlich nie verwehrt. Im Gegenteil, zumeist trifft man auf große Freundlichkeit. Aber niemals ohne zu fragen !
      Wenn man gar kein portugiesisch kann, einfach einen Zettel mit der Frage mitnehmen. Z.B: „Estou em peregrinação e procura um lugar pra minha tenda. Posso acampar aqui na vossa terra?“
      Das funktioniert aber nur, wenn man sich umgekehrt genauso freundlich verhält. Also geduldig zuhören, wenn man etwas erzählt bekommt, auch wenn man kein Wort versteht 🙂 Dass man keinen Müll da lässt und keine Flurschäden anrichtet oder nicht einfach Obst pflückt, sollte selbstverständlich sein. Leider muss man das heute extra betonen.
      Man darf auch am nächsten morgen eine einfache Flasche Wein aus dem nächsten Laden abgeben, das macht es dann den nachfolgenden Pilger leichter (und ist nur fair).
      Wenn ihr unfreundlich abgewiesen werdet, könnt ihr sicher sein: Das liegt an schlechten Erfahrungen. Also lasst eure Gastgeber gute machen.
      Vorsicht ist an den Stränden geboten. Besonders allein reisende sollten die Küste zum Wildcampen meiden, das ist heutzutage nicht mehr ganz ungefährlich.
      Ich reise viel, aber nirgends habe ich so viel Freundlichkeit erlebt wie in Portugal (Ausnahmen gibt es natürlich auch dort).
      Offene Herzen treffen auch auf offene Herzen. So funktioniert es immer und überall.

  11. Hallo zusammen,
    ich möchte auch den Küstenweg gehen und dabei möglichst viel von der Natur haben – also auch Nachts.
    Ich bin nun am überlegen ob mich ich mit Zelt oder nur mit Biwaksack auf den Weg mache.
    Wie sind euere Erfahrungen mit dem Wetter (Regenhäufigkeit, Wetterumschwünge, Kälte Nachts, etc.) und Tieren (evtl. auch gefährlichere)?
    Als Reisebeginn hätte ich jetzt dann, in 1-2 Wochen, also Mitte September angepeilt.
    Was haltet ihr von beiden Varianten?
    Und, da darauf oben nicht weiter eingegangen wurde: Welchen Schlafsack könnt ihr empfehlen? (Temperaturbereich..)
    Liebe Grüße Luke

  12. Nimm doch einen Biwaksack plus ein leichtes Tarp. Da bleibst du gewichtsmässig vermutlich noch etwas unter einem Zelt (kommt sehr auf die verwendeten Produkte an) und hast bei Regen doch etwas mehr Schutz. Da du eh eine Isomatte brauchst, könntest du einen Quilt oder sogar eine Decke verwenden. Dabei kommst du leichter weg als mit einem Schlafsack. Zum Beispiel eine von As Tucas mit Climashield Apex als Isolation. Daune wäre noch leichter.

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