Jakobsweg 2016 – 3 Prognosen

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Prognose

Am 1. Januar veröffentlicht das Pilgerbüro in Santiago de Compostela traditionell die Pilgerstatistiken des vergangenen Jahres. Und natürlich schauen alle Pilger-Augen dann interessiert auf die Zahlen.

Denn daraus lässt sich nicht nur schließen, wie frequentiert der Camino 2015 war. Sondern eben auch Prognosen darüber aufstellen, wie voll es auf dem Jakobsweg 2016 werden könnte. 

Ich habe mir die Pilgerstatistiken zu 2015 angeschaut und wage daraus 3 Prognosen für das neue Jahr aufzustellen. 

Prognose Nr. 1: Der Jakobsweg wird auch in 2016 an Beliebtheit gewinnen

2015 sind erneut mehr Menschen auf dem Jakobsweg pilgern gewesen. Insgesamt wurden 262.458 Pilger im Pilgerbüro in Santiago registriert. Das sind ca. 25.000 Pilger mehr als in 2014. Damit setzt sich der Trend der wachsenden Beliebtheit des Jakobswegs fort.

Nichts deutet darauf hin, dass sich dieser Trend 2016 ändern sollte. Zumal Papst Franziskus das Jahr 2016 als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat und die Kathedrale in Santiago daraufhin entschieden hat, die Heilige Pforte außerplanmäßig zu öffnen. Bis zum 20. November 2016 soll diese nun geöffnet sein, wie das Spanische Fremdenverkehrsamt mitgeteilt hat.

Üblicherweise wird die Heilige Pforte in Santiago sonst nur in den sogenannten Heiligen Jahren geöffnet, d.h. wenn der Festtag des Heiligen Jakobus auf einen Sonntag fällt. In solchen Jahren sind immer extrem viele Pilger unterwegs. Für 2016 rechnet man aber (glücklicherweise) nicht mit einem solchen Effekt, da das Jahr der Barmherzigkeit nicht mit dem Heiligen Compostelanischen Jahr vergleichbar ist.

Doch zurück zu 2015: Der beliebteste Monat 2015 war übrigens der August, an dem prozentual die meisten Pilger ankamen. Juli und August zusammengenommen sind sogar für 40 % aller Pilgerankünfte in Santiago verantwortlich. Das bestätigt die extrem hohe Beliebtheit des Jakobswegs im Hochsommer.

Prognose Nr. 2: Mehr Pilger suchen Alternativen zum Camino Francés

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In 2015 wählten 65 % aller Pilger den bekannten Camino Francés. Das sind mit ca. 2/3 aller Pilger natürlich noch immer noch die große Mehrheit und das wird auch so bleiben.

Dennoch lässt sich hier ein Mini-Trend weg vom populärsten aller Jakobswege bemerken, den ich schon Anfang 2014 in meinem eBook aufgegriffen habe. 2014 waren es mit 68 % aller Pilger noch 3 % mehr der Pilger, die sich für den Camino Francés entschieden hatten, als in 2015.

Offenbar sorgen die steigenden Pilgerzahlen und die wachsende Beliebtheit des Jakobswegs also dafür, dass sich auch immer mehr Menschen nach weniger frequentierten Jakobswegen umschauen. Ob dies zu einem richtigen Trend werden und anhalten wird, bleibt offen und eine spannende Frage für 2016.

Der zweitbeliebteste Jakobsweg ist übrigens nach wie vor der Camino Portugues mit 16,4 % Pilgeranteil (leicht steigend), gefolgt vom Küstenweg (Camino del Norte) mit weiterhin 6 % Pilgeranteil.

Einen richtigen Aufschwung erhielt der anspruchsvolle und einsame Camino Primitivo: Dort waren statt 8.200 Menschen (2014) nun sogar 11.400 Menschen in 2015 unterwegs. Die Via de la Plata und der Camino Ingles blieben unverändert in ihrer Beliebtheit bei den Pilgern.

Prognose Nr. 3: Hapes Verfilmung wird keinen Boom auslösen

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=yaO5YuoRQjE&w=640&h=360]

Die Weihnachten 2015 in den Kinos gestartete Verfilmung des Bestsellers „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling wird das Pilgeraufkommen auf dem Jakobsweg nicht wesentlich beeinflussen.

Natürlich können wir davon ausgehen, dass die Verfilmung einige neue Pilger auf den Camino locken wird. Da sind sich glaube ich alle einig.

Wenn wir uns jedoch den Nationen-Anteil der deutschen Pilger am Gesamtpilgeraufkommen anschauen, fällt überraschend auf: Die Deutschen sind nur ein kleines Stück im großen „Pilgerkuchen“.

Auch wenn man beim Pilgern manchmal den Eindruck hat, dass jeder zweite Pilger aus Deutschland kommt: Vom Gesamt-Nationen-Anteil machen die Deutschen statistisch gesehen gerade einmal 13 % aus. Das ist nicht besonders viel. In Zahlen ausgedrückt sind das 18.800 Pilger, die 2015 in Santiago registriert wurden. Das sind immerhin ca. 2.000 mehr als noch im Vorjahr.

Quelle: http://peregrinossantiago.es/

Quelle: peregrinossantiago.es

Das größte Kuchenstück liefern allerdings die Spanier selbst mit 46,6 % Pilgeranteil. Erst weit danach folgen die Italiener auf Platz 2 mit 15,7 % vor uns Deutschen. Das bedeutet: Selbst wenn sich nun einige Deutsche mehr durch Hapes Verfilmung auf den (Jakobs)Weg machen sollten, wird dies die Gesamtpilgerzahlen vermutlich nicht wesentlich beeinflussen.

Zumal man über das Ergebnis der filmischen Umsetzung des Bestsellers geteilter Meinung sein darf. Spannend bleibt dennoch zu beobachten, ob sich der Anteil der Deutschen dadurch in 2016 zumindest ein Stück vergrößern wird.

Und, was sagst du zu den Prognosen? Welchen Weg wählst du? 🙂


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0 Kommentare.

  1. Hallo Christoph,
    Wollte den Küstenweg ab San.tander Ende Juli gehen.Jetzt
    bekomme lch zunehmend Zweifel das Herbergen belegt sind.Mir widerstrebt es vorher zureservieren. Ich möchte auch nicht rennen müssen um möglichst früh an einer Herberge zu sein. Wie schätzt du die Unterbringungssituation i im
    August ein?

  2. Pingback: Das war 2016 auf den Jakobswegen los… und was wird 2017 los sein? | Jakobsweg-Küstenweg

  3. Mit gesammt 277854 Pilgern im Jahr 2016 hat sich der Aufwärtstrend auf dem Camino Frances fortgesetzt. Und zu erwarten ist, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren zu spüren ist.

  4. Pingback: Pilgerstatistiken 2017 und Prognose für 2018 | Jakobsweg-Küstenweg

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