Die Universität des Lebens – oder: Güemes, die kultigste Herberge des Küstenwegs

Die Universität des Lebens. So nannte ein Herbergsvater auf dem Küstenweg – altersgemäß schon eher ein Herbergsopa (78) – seine damalige Zeit des Reisens. Zweieinhalb Jahre Zeit, wenn ich mich richtig erinnere, hatte der Mann sich in jungen Jahren freigeschaufelt, um die Welt und zig Länder und Kontinente zu bereisen. Jahre danach rief er eine Pilgerherberge ins Leben. Eine Herberge, die er heute noch betreut und die als eine der kultigsten und besondersten des ganzen Küstenwegs gilt: Die Albergue von Güemes, kurz vor Santander.

DSC02926

Weiterlesen

Pilgern macht süchtig

 Im Waschraum der Bar hängt ein riesiger Spiegel. Ich reinige mir die Hände und sehe in mein sonnengebräuntes Gesicht, das in den letzten Wochen etwas schmaler geworden ist.

Kommt es mir nur so vor oder wirke ich irgendwie älter? Ich gehe näher heran, sehe mir die Fältchen an meinen Augen an.

„Das müssen Lachfalten sein“, schmunzele ich mein Spiegelbild an. Dennoch wirke ich auf die eine oder andere Weise reifer und strahle etwas aus, das mir zuvor noch nicht aufgefallen ist. Ich weiß nicht, was es ist, vielleicht auch nur das kühle Bier in meinem Blut, aber ich finde, dass mir eine neue Form von Selbstbewusstsein entgegenlacht, eine Selbstsicherheit, die zu sagen scheint: „Geh deinen Weg, egal was auch passiert!“

Und ich antworte: „Bin dabei…“ Ich lasse die Badtür hinter mir zufallen und setze mich zu meinen neuen Wanderfreunden.

Weiterlesen

Sensation! Pilger entdeckt Wundermittel gegen Depression

Kap Finisterre. Eine (für Pharmaindustrie und Couchpotatos) ungeheuerliche Entdeckung wurde gestern am Kap Finisterre, dem sogenannten Ende der Welt, gemacht. Ein weitgereister, ärmlich gekleideter Pilger fand ein neues Heilmittel gegen die Kultkrankheit unserer Zeit, Depression: Laut den Worten des Pilgers soll der sogenannte „Jakobsweg“ Menschen aller Herkunft und unterschiedlichen Leidens binnen weniger Wochen heilen und glücklich machen. Weiterlesen