Jakobsweg Frankreich

Jakobsweg-Frankreich: Die wichtigsten Facts über den französischen Jakobsweg inklusive Karte und Infos zu Etappen und Unterkünften.

Jakobsweg in Frankreich: Die wichtigsten Infos

Pilgern wie Gott auf dem Jakobsweg in Frankreich. Die meisten Menschen wählen für ihre Pilgerreise den bekannten Camino Francés in Spanien. Wer jedoch etwas mehr als 800 Km pilgern will, eine Alternative sucht oder den beliebten Camino Francés schon kennt – für den ist der Jakobsweg in Frankreich eine echte Option.

Ehrlich gesagt führt sogar kein Weg an Frankreich vorbei. Naja, zumindest dann, wenn man von Deutschland oder der Schweiz aus nach Santiago de Compostela pilgern möchte. Denn dann durchquert man zwangsläufig den Jakobsweg in Frankreich auf dem Weg nach Spanien. 🙂

Und das ist auch gut, denn so hast du die Chance, über mehrere Wochen eine teilweise wunderschöne Landschaft, eine vielleicht noch fremde Sprache und viele neue Menschen kennenzulernen. Wer beispielsweise von der Schweiz nach Spanien pilgern möchte, der läuft dabei 1.000 Km über den Jakobsweg in Frankreich. Und in diesen 50-60 Tagen ist viel Zeit, neben den oben erwähnten Dingen auch über das eigene Leben nachzudenken – ein wichtiges Motiv für viele Pilger.

Doch wo beginnt eigentlich der Jakobsweg in Frankreich? Wie lang ist er? Was hat der Jakobsweg in Frankreich für Etappen und Herbergen?

Jakobsweg Frankreich: Karte der wichtigsten Jakobswege in Frankreich

Foto: Hk kng

Jakobsweg Frankreich: Karte

Der Jakobsweg durch Frankreich hat mehrere Routen, wie du auf der Karte oben erkennen kannst. Insgesamt spricht man von vier bekannten historischen Jakobsweg-Routen in Frankreich. Hinzugekommen ist die immer beliebtere Zubringer-Route von Genf. Alle vier historischen Wege münden schließlich in den bekannten Camino Francés an der Grenze zu Spanien, wie die Karte zeigt.

Erstmals wurden die vier Wege im 12. Jahrhundert von einem französischen Mönch im Codex Calixtinus beschrieben. Und seit 1998 sind diese Jakobswege in Frankreich sogar UNESCO-Weltkulturerbe, oder besser gesagt: Fast 50 repräsentative Bauwerke mit christlichem Charakter entlang der vier Routen auf dem Jakobsweg durch Frankreich zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Du bekommst also auf deiner Reise auch einiges fürs Auge geboten. 🙂

Im Folgenden möchte ich dir die vier historischen Pilgerwege in Frankreich mit ihren Eigenheiten einmal kurz vorstellen, sodass du ein Bild bekommst und entscheiden kannst, ob du den Jakobsweg in Frankreich vielleicht sogar selbst gehen möchtest.

Doch bevor wir zu den einzelnen Wegen kommen, gebe ich dir noch ein paar generelle Informationen über den Pilgerweg in Frankreich.

Jakobsweg Frankreich: Besonderheiten, die du vor deiner Pilgerreise kennen solltest

Der „Chemin de Saint-Jacques“, wie der Jakobsweg in Frankreich  genannt wird, unterscheidet sich in einigen Punkten von den anderen Jakobswegen in Spanien.

  • Herbergen sollte man auf dem Pilgerweg in Frankreich – anders als in Spanien – vorab reservieren, am besten einen halben Tag oder sogar noch früher
  • Neben den üblichen Pilgerherbergen (französisch „refuges pèlerin“) gibt es auch sogenannte Wanderherbergen („gites d’etape“), in denen du keinen Pilgerausweis benötigst
  • Pilgerherbergen auf dem Jakobsweg in Frankreich sind meist teurer als in Spanien, dafür aber auch oft kleiner und qualitativ hochwertiger (10-25 € pro Nacht)
  • Das „Pilger-Leben“ hier in Frankreich ist insgesamt teurer, da auch die Verpflegung deinen Geldbeutel mehr strapazieren wird. Egal, ob du in kleinen Läden einkaufst oder im Restaurant essen gehst: Mit den günstigen Preisen in Spanien und Portugal kann der Jakobsweg in Frankreich kaum mithalten. Tipp: In größeren Städten nach größeren Supermärkten Ausschau halten und ggf. etwas mehr Proviant mitnehmen. Tipp 2: Um die Kosten nicht noch mehr steigen zu lassen, empfiehlt es sich z.B. eine kostenlose Kreditkarte bei der DKB zu beantragen, womit du gebührenfrei Geld abheben kannst und nicht noch 3-6 € jeweils dafür berappen musst.
  • Ideale Reisezeit ist zwischen Mitte Mai und Ende September bzw. Anfang Oktober
  • Wer kein Französisch versteht, wird mitunter etwas zu kämpfen haben mit der Verständigung in Frankreich. Da lohnt es sich neben dem Sprachführer vielleicht auch vorab etwas zu lernen, z.B. durch einen Online-Kurs, was ich selbst schon ausprobiert habe, oder an der VHS etwa

Babbel

Alle Jakobswege in Frankreich (4+1)

Insgesamt gibt es auf dem Jakobsweg in Frankreich, wie schon genannt, vier historische Jakobswege. Hinzu kommt ein wichtiger Zubringer aus Genf, was uns auf die Formel 4+1 kommen lässt. Die einzelnen Wege für dich im Kurz-Porträt:

Jakobsweg Frankreich: Die Via Podiensis ist einer der Wege in Frankreich

Die Via Podiensis. Foto: Jaume

Nr. 1: Via Podiensis

Der beliebteste und älteste aller Jakobswege ist die Via Podiensis. Sie ist 730 Km lang und beginnt in Le Puy-en-Velay in der zentralfranzösischen Region Auvergne. Der genaue Startpunkt ist an der Kathedrale Notre-Dame. Wer hier startet und übernachtet, sollte vorher unbedingt reservieren, da das Pilgeraufkommen hier am beliebten Startpunkt bekanntlich sehr hoch sein kann. Übrigens endet hier zugleich die Via Gebennensis, jener Zubringer aus Genf, der ich dir weiter unten kurz vorstellen werde.

Die Via Podiensis führt von Le Puy in knapp 30 Etappen bis zur Grenze nach Spanien, wo sie in den populären Camino Francés mündet. Der Weg führt zunächst recht steil durch das Zentralmassiv, dann aber moderater Richtung St. Jean Pied de Port, dem Zielort. Als einer der Hauptzugangswege zum Camino Francés und als einer der schönsten Jakobswege in Frankreich überhaupt, kannst du hier je nach Saison mit einigen Mitpilgern rechnen. Besonders am Wochenende und in der Urlaubszeit sind daher Engpässe in den Herbergen möglich.

Die gute touristische Infrastruktur und der Fakt, dass der Weg trotz einiger anspruchsvoller Abschnitte auch über weite Strecken recht flach verläuft, macht ihn auch für Pilgeranfänger interessant. Positiv hinzu kommt, dass die Via Podiensis durch ihr gutes Herbergsnetz für französische Verhältnisse noch relativ günstig ist.

Übrigens ist dieser Jakobsweg identisch mit dem Nationalwanderweg GR 65, der auch an seiner weiß-roten Streifenmarkierung gut zu erkennen ist und durch weite Teile des Landes verläuft.

Pilgerführer:

Podiensis Miam

„Bonus-Weg“: Via Gebennensis

Dieser Jakobsweg zählt in Frankreich nicht zu den vier bekannten historischen Routen. Er ist nämlich der wohl jüngste französische Weg. Dennoch ist er äußerst bedeutsam und wird immer beliebter. Grund dafür: Er leistet als „Zubringer-Weg“ wertvolle Arbeit und verbindet die Jakobswege in der Schweiz von Genf an über 350 Km mit der zuvor vorgestellten Via Podiensis.

Durchaus fordernd, aber vom Wegprofil leichter als der Jakobsweg in der Schweiz lässt sich die Via Gebennensis beschreiben. Stetige Höhenunterschiede sorgen dafür, dass Etappenlängen von 20-25 Km täglich reichen können. Im Vergleich zur Via Podiensis ist dieser Weg etwas teurer, da du ab und zu einmal gezwungen sein wirst, auf etwas kostspieligere Privatunterkünfte auszuweichen. Die Via Gebennensis ist in 16 Etappen zu schaffen.

Pilgerführer:

Gebennensis

St. Jean Pied de Port, Zielort sämtlicher Jakobswege in Frankreich. Foto: Theklan

St. Jean Pied de Port, Zielort sämtlicher Jakobswege in Frankreich. Foto: Theklan

Nr. 2: Via Tolosana

Der zweite historische Jakobsweg in Frankreich ist die Via Tolosana. Von Arles führt dieser südlichste aller französischen Wege über 720 Km bis zum Somportpass. Die Via Tolosana ist mit kleinen Ausnahmen gut markiert und für ihre Ursprünglichkeit und Einsamkeit beliebt. Das bedeutet zugleich, dass du dich bei dieser Route auf einen körperlich etwas anspruchsvolleren Jakobsweg in Frankreich einstellen musst.

Auch die Kosten sind auf der Via Tolosana etwas höher als beispielsweise auf der Via Podiensis, da ein nicht so dicht ausgebautes Herbergsnetz auch hier einige Unterbringungen in teureren Privatunterkünften nötig macht. Am Somportpass überquert die Via Tolosana die spanische Grenze und mündet in den aragonischen Weg, später auch in den Camino Francés.

Pilgerführer:

Tolosana

Nr. 3: Via Lemovicensis

Die nördliche französische Route wird Via Lemovicensis genannt. Über fast 1.000 Km führt dieser, teils noch nicht komplett markierte Jakobsweg durch Frankreich. Er beginnt in Vezelay in Burgund und ist angenehm begehbar, da er vielfach über flaches Terrain verläuft. Zielort ist auch für diesen Jakobsweg das Städtchen St. Jean Pied de Port, wo die Via Lemovicensis in den Camino Franacés mündet.

Als landschaftlich wunderschön mit vielen religiösen und kulturellen Höhepunkten, wird dieser Jakobsweg durch Mittel- und Südwest-Frankreich von Liebhabern beschrieben. Ein noch vergleichsweise wenig ausgebautes Herbergsnetz macht diesen Pilgerweg allerdings auch zu einem teureren als es beispielsweise auf der sehr gut erschlossenen Via Podiensis der Fall ist, die ich ganz oben vorgestellt habe.

Pilgerführer:

Lemovicensis

Nr. 4: Via Turonensis

Last but not least möchte ich dir noch die Via Turonensis kurz vorstellen. Dieser Weg wird oft als „grande route“ bezeichnet und beginnt heute in der Stadt der Liebe, in Paris. Das war nicht immer so, denn laut einem mittelalterlichen Pilgerführer soll die Via Turonensis damals in Orleans begonnen haben.

Wie dem auch sei: Heute hat dieser Jakobsweg eine Länge von 885 Km und führt dabei auch durch die Stadt Tours, der er seinen Namen auch verdankt. Sehenswürdigkeiten sind neben der Kathedrale von Orleans beispielsweise auch die Basilika St. Michel in Bordeaux und die königliche Abtei von Saint-Jean-d’Angely.

Pilgerführer:

Turonensis

 

 

 

Ich hoffe, diese Informationen können dir ein bisschen bei deiner Recherche nach den französischen Jakobswegen helfen und bei der Frage, ob du einen dieser Wege wählen wirst. Ausführlichere Informationen findest du in den jeweils verlinkten Pilgerführern. Buen Camino!


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3 Gedanken zu „Jakobsweg Frankreich

  1. Hallo,
    ich bin den Via Lemovicensis dieses Jahr 8m April gegangen.
    Der Weg ist super ausgeschildert, und man kommt such ohne Französisch super zurecht!
    So einfach wie er hier beschrieben ist ist er nicht.
    Vorallem wenn es tagelang regnet.
    Teurer als die andeten Wege ist er auch nicht da man sehr oft Ü/Fr/Abendessen bekommt.
    Der Weg ist Landschaftlich eine Wucht.
    In den Tourist Informationen bekommt man bis 17.30 Auskunft für Übernachtungsmöglichkeiten.
    Was für viele wichtig ist, es gibt fast keine Pilger…
    Gruß Thomas

  2. Lieber Christoph, Liebe Pilger-Freunde,
    mein Partner und ich sind im Mai/Juni dieses Jahres (2016) die Via Podiensis gelaufen und zwar mit unserem Hund Bruno. Da es im Internet nur sehr wenige Informationen über das Pilgern auf vier Pfoten gibt, fasse ich unsere Erfahrungen hier gerne einmal zusammen: Bruno (2,5 Jahre alt, ca. 20 kg schwer), ein Labradoodle, ist mit eigenem Rucksack (Ruff Wear, 75 Euro) gepilgert. In diesem hat er sein Fressen, seine Hundeschuhe (für den Notfall, allerdings nie gebraucht) und seinen Napf getragen. Die Gewichtsgrenze lag für ihn bei etwa 3 kg. Die zwei Packtaschen rechts und links lassen sich bequem tragen ohne zu behindern oder zu scheuern. So ist er munter um die 20 km am Tag gelaufen. Darüber hat er zwar durchgehalten, aber am nächsten Tag war er sichtlich erschöpft, weil er nicht genug Schlaf bekommen hat. Dies sollte man bei der Etappenplanung berücksichtigen, denn viele in der einschlägigen Literatur vorgeschlagene Etappen sind deutlich länger. Man kann diese allerdings sehr gut teilen, dazu gleich mehr. Bei der Planung der Gesamtpilgerzeit sollten darüber hinaus Pausentage berücksichtigt werden, die hat nicht nur Bruno gebraucht, sondern auch wir. Für seine Ernährung haben wir bei Metzgereien nach Resten angefragt. In 90% der Fälle hat das gut funktioniert und wir haben Fleisch von hoher Qualität bekommen. Ansonsten gibt es Trockenfutter im handlichen 1 kg Paket auch in den kleinsten Orten im Supermarkt. Wir waren zu Beginn mit heimischem Trockenfutter unterwegs und haben dieses zur Umstellung mit dem französischen gemischt. Diese Taktik hat super geklappt, obwohl er einen sehr empfindlichen Magen hat. Die Trinkwasserversorgung ist über Brunnen und Bäche in regelmäßigen Abständen gewährleistet und so ist auch Abkühlung bei hohen Temperaturen möglich. Wir hatten in diesem Jahr allerdings eher das Problem, dass es praktisch jeden Tag geregnet hat. Aber das nur am Rande….
    Wir sind mit Zelt gewandert, um bezüglich Übernachtungen mit Hund unabhängig zu sein und um die Flexibilität in der Länge der Tagesetappen zu haben. Wir hatten dadurch ca. 4 kg Mehrgewicht, einschließlich Isomatte für den Hund. Es gibt natürlich deutlich leichtere Zelte, die haben allerdings ihren Preis. Kurz gesagt, unsere Rucksäcke waren zu schwer (Anfängerfehler ;o). Campingplätze sind bis etwa zur Hälfte der Via Podiensis ausreichend vorhanden. Danach wird es dünner, aber es gibt wunderschöne Stellen zum biwakieren. Außerdem kann man ungestört auf Wiesen neben Kapellen zelten, was sogar von den Touristikbüros empfohlen wird. An diesen Orten ist die Wasserversorgung problemlos. Wir haben auch in Gites übernachtet und dabei nie reserviert, sind aber trotzdem immer gut untergekommen. Einzige Ausnahme ist Figeac, da gibt es nur das Gite d´etape du Gua für Pilger mit Hund. Als Reiseführer ist der Miam Miam Do Do unerlässlich, denn er listet auf wer keine Hunde aufnimmt. Aber Vorsicht, denn dies bedeutet nicht, dass die anderen Unterkünfte Hunde akzeptieren. Viele Gite-Betreiber haben selbst Hunde und nehmen einen deshalb nicht. Wenn wir aufgeschlagen sind und man uns nicht beherbergen konnte, wurde aber meist in unserem Namen so lange herumtelefoniert, bis eine Unterkunft gefunden war. Wir haben die Franzosen generell als sehr hilfsbereit und offenherzig empfunden.
    Noch eine wichtige Information zur Strecke: Das Stück zwischen Nasbinals und Aubrac darf mit Hund nicht begangen werden. Hier ist es in den letzten Jahren mehrfach zu Zwischenfällen mit Rindern gekommen, so dass es sicherer ist die Strecke zu überbrücken. Hierzu bietet sich der Transportservice Malle Postale (http://www.lamallepostale.com) an, der ansonsten müde Pilger oder ihre zu schweren Rucksäcke von Gite zu Gite befördert.

    Zum Schluss möchte ich noch Christophs generelle Ausführungen zur Via Podiensis aus unserer Erfahrung heraus kommentieren. Als deutschsprachige Ergänzung zum Miam Miam Do Do hat sich für uns der Rother Wanderführer „Französischer Jakobsweg Via Podiensis“ bewährt, da er nicht nur detailgenaue Streckenbeschreibungen liefert, sondern auch zu den Orten und Sehenswürdigkeiten interessante Fakten kurz zusammenfasst.
    Wir haben außerdem die Erfahrung gemacht, dass die Deutsche Jakobusgesellschaft mit der Ausstellung der Pilgerausweise vor allem in der Hochsaison nicht nachkommt. Ich hatte drei Monate vor Aufbruch angefragt (und zwischendrin sehr penetrant nachgehakt). Der Ausweis lag in meiner Post als ich zurückkam. In der Kathedrale von Le Puy-en-Velay kann man aber vor Ort Ausweise bekommen (5 Euro) und Sonntags um 18 Uhr ist dort sogar Pilgerempfang in sehr netter und entspannter Atmosphäre. So lernt man die Pilger die zur selben Zeit aufbrechen gleich kennen. Wir hätten die Pilgerausweise nicht wirklich gebraucht, wir hatten aber Spaß daran die sehr unterschiedlichen Stempel zu sammeln. Hilfreich sind sie für verbilligten Eintritt in Museen oder kirchliche Einrichtungen.
    Überlaufen war es nie, wir haben oft den ganzen Tag keine Menschenseele getroffen. Und wenn wir doch einmal anderen Pilgern begegnet sind ergaben sich sehr schöne Gespräche.
    Wer nicht gut trainiert ist sollte unbedingt vor Abreise längere Strecken mit gepacktem Rucksack laufen. Auf der Via Podiensis kommen die härtesten Etappen mit den größten Steigungen in den ersten vier Tagen. Das ist ziemlich gemein! Auch danach geht es hügelig weiter, allerdings mit flacherem Höhenprofil.
    Wir haben uns zur Mittagszeit gerne mit einem Pilgermenue verwöhnt, diese kosten in Frankreich zwischen 8 und 16 Euro. Der Preis lässt keinen Rückschluss auf die Qualität zu, wir haben immer gegessen „wie Gott in Frankreich“. Unser Tagesbudget war übrigens mit 30 Euro angepeilt, gelandet sind wir bei 50 Euro, hauptsächlich wegen des schlechten Wetters.
    Die Wege sind extrem gut ausgeschildert, Verlaufen ist praktisch unmöglich. Bis Cahors ist die Strecke auch ausreichend mit Versorgungsmöglichkeiten versehen. Es gibt regelmäßig Frischwasserbrunnen und auch sehr viele Bars und Restaurants. Danach wird es infrastrukturell etwas dünner und die Qualität der öffentlichen Brunnen lässt insofern nach, als das Wasser sehr stark gechlort ist. Wer das nicht verträgt kann auf stilles Wasser aus dem Supermarkt ausweichen (2L für unter einem Euro) oder – als Tipp zu guter Letzt von uns – die Wasserflasche am Abend füllen und offen stehen lassen. Dann gast das Chlor über Nacht aus und das Wasser ist am folgenden Tag genießbar.

    Für uns Drei war es eine wunderschöne Erfahrung. Wir wünschen allen die sich aufmachen – vor allem zusammen mit ihrem vierbeinigen Freund – eine gute innere und äußere Reise. Und nicht vergessen „einmal Pilger – immer Pilger!“ (Zitat geklaut von Serge aus Cahors.)

    Heike

  3. In der warmen Jahreszeit kann es auf der Via Podiensis (Voie du Puy) in Frankreich sinnvoll sein, vorher zu reservieren. Ich war allein unterwegs (September bis November 2014) und auch diesen Sommer nochmals einen Abschnitt im Juli. Reserviert habe ich nur sehr selten (v.a. im November und gelegentlich für den Samstagabend), dann aber meist erst um die Mittagszeit. Einen Platz habe ich 2006, 2009, 2014 und 2016 immer bekommen.

    Die Via Podiensis ist einiges fordernder als der Zubringer von Genf nach Le Puy. Das gilt vor allem für den Abschnitt von Le Puy bis Conques (viele starke Steigungen und Gefälle) und für den Abschnitt von Conques bis Moissac (oft sehr heiss und trocken im Sommer). Insgesamt ist das Pilgern auf der Via Podiensis deutlich anstrengender als das Pilgern auf dem Camino Francés in Spanien. In Spanien wurden meine Etappen schlagartig ein ganzes Stück länger, bei gleicher und zum Teil sogar geringerer Anstrengung.

    Der Jakobsweg durch die Schweiz ist übrigens nicht anstrengender als die Wege durch Frankreich. Es gibt einige anstrengende Etappen auf dem Weg durch die Voralpen (Appenzell wie auch Zentralschweiz). Ansonsten bewegt man sich durchs vergleichsweise „flache“ Mittelland, das sich mit den Mittelgebirgen Deutschlands vergleichen lässt, aber durchaus auch sehr flache Abschnitte beinhaltet.

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